50 Bäume für „klimafairein“: Karl-Heinz Theiß setzt sich für die Nachhaltigkeit ein

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Karl-Heinz Theiß (links) freute sich, seine Zöglinge in die guten Hände von Marlen Philippi und Helmut Langohr abgeben zu können.

Eine Million Bäume möchte der klimafairein Oberhessen e.V. in den nächsten zehn Jahren in der Region pflanzen. Fünfzig davon kommen ganz sicher von Karl-Heinz Theiß.

Mücke. Der Gemündener, bekannt auch als Dialektforscher und Kolumnist, zieht seit über 50 Jahren Bäume selbst – vom Samen bis zur Pflanze – und hat auf diese Weise schon unzählige Bäume in und um seinen Heimatort gepflanzt. „Natürlich immer in Absprache mit den lokalen Förstern“, wie er betont. Nun hat er 50 beachtliche Setzlinge an den klimafairein Oberhessen e.V. abgegeben, aus Altersgründen, wie er sagt: „Ich möchte mit diesen anstrengenden Aktivitäten doch langsam etwas kürzer treten und freue mich sehr, dass die Aktiven des klimafaireins sich um das Pflanzen meiner Bäume kümmern möchten“, so der 74-Jährige.

Die 50 Bäume übergab er an Marlen und Mark Philippi und an Helmut Langohr. „Wir werden die Schützlinge von Herrn Theiß gut pflegen und sie im Rahmen unserer Pflanzaktion im Herbst auswildern“, freut sich Marlen Philippi über die großzügige und sinnvolle Spende des Hobbygärtners, der in der ganzen Region bekannt ist für seinen feinen Humor und seine Sprachfertigkeit.

Von seinem Hobby als Baumzüchter zeugen daher einige Anekdoten, die er bei der Übergabe der Setzlinge zum Besten gab, unter anderem die des Gingko-Baumes, der erst nach ca. 25 bis 30 Jahren Früchte trägt. „Diese Früchte verbreiten im reifen Zustand einen äußerst unangenehmen Geruch nach ranziger Butter, den man nur ganz schlecht wieder los wird“, berichtete Theiß, der sich von solch kleinen Widrigkeiten selbstverständlich nicht von seinem Plan, die berühmten Gingkos zu züchten, abbringen ließ. Neben dem Baum, den insbesondere Johann Wolfgang von Goethe in Deutschland bekannt gemacht hat, züchtet Theiß noch weitere besondere Sorten, beispielsweise die in unserer Region fast unbekannte Haferplaume oder die Elsbeere. Mit dieser Auswahl können die heimischen Wälder nicht nur bunter werden, sondern auch robuster, da es sich hierbei um Pflanzen handelt, die unempfindlich gegenüber längeren Trockenphasen sind und auch dem gefährlichen Borkenkäfer standhalten können. Auch als Nahrungsspender für Insekten und Haselmäuse ist die Elsbeere nützlich.

Theiß hatte sich selbst an den klimafairein gewandt – vielleicht der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit, denn: „Wir möchten gerne weiter mit Herrn Theiß zusammenarbeiten und sein Wissen rund um Bäume nutzen“, so Langohr. Ein weiteres Ziel seines Vereins ist nämlich die Umweltbildung, die insbesondere über Aktionen mit Kindergärten und Schulen mit Leben gefüllt werden soll. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier mit der Unterstützung eines solchen Fachmanns rechnen könnten.“ Nun aber freut sich Theiß erst einmal, dass seine Pflanzen in guten und verantwortungsvollen Händen sind. Ab Herbst werden sie dann einen Dauerplatz in den heimischen Wäldern haben.

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