Bizarre Basaltformationen, seltene Baumgruppen und Dicke Steine: Der Vogelsberg hat neue Naturdenkmäler

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Um an den Heinzemann am Heinzemannskopf zu gelangen, ist festes Schuhwerk Voraussetzung.
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Die Muschelkalkkante am Sonnberg in Wartenberg/Angersbach.
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Informationen zum Muschelkalkmeer gibt es selbstverständlich vor Ort.
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Wenige Stufen führt der Wartenberger Panorama Weg hinauf auf die Muschelkalkkante. Es bietet sich ein toller Blick auf Angersbach.
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Das Geotop „Dicke Steine” liegt zwischen Ulrichstein und Stumpertenrod. Das Auto kann zum Beispiel unterhalb des Zeltlagers „Eckmannshain” abgestellt werden.
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An den Dicken Steinen bei Stumpertenrod wird der Wanderer mit einer tollen Aussicht belohnt.
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Der Originalantrag von 1918.
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Zwischen all den Bäumen ragt er hervor, der Heinzemann am Heinzemannskopf. Die Basaltformation thront majestätisch über dem steilen felsigen Hang nahe Ehringshausen und erinnert mit etwas Fantasie an den Umriss eines Kopfes.

Nicht ganz leicht gestaltet sich der Aufstieg zum Heinzemann, einen ausgewiesenen Pfad gibt es nicht – festes Schuhwerk ist Pflicht. Belohnt wird der Wanderer am Ziel mit einem spektakulären Ausblick über den Scheitel des Heinzemanns hinweg, durch die Baumwipfel hinab auf den Gemündener Ortsteil Ehringshausen. Zu Recht ist dieses Fleckchen Erde dieses Jahr als Naturdenkmal ausgewiesen worden – eines von vielen neuen in der Region.

Seit Anfang 2018 ist die zweite Verordnung zum Schutz der Naturdenkmäler des Vogelsbergkreises in Kraft: In Absprache mit Eigentümern und dem Regierungspräsidium Gießen wurden 22 neue Denkmäler festgelegt, wie das Landratsamt neulich mitteilte. Dabei handelt es sich um Einzelbäume, Baumgruppen oder Aufschlüsse mit einer besonderen geologischen Formation. Letzteres stellt zum Beispiel die sogenannte Muschelkalkkante am Sonnberg in Wartenberg/Angersbach dar – ein Highlight auf dem Wartenberger Panoramaweg, der im Übrigen nicht zu viel verspricht. An der Muschelkalkkante lassen sich mit etwas Glück tolle Fossilien finden: Muscheln aus dem Vogelsberg – an dieser Stelle war vor langer Zeit mal ein Meer.

Weil die Auswahl an wunderschönen, seltenen und landschaftsprägenden Bäumen im Vogelsberg sehr groß ist, wurden – gemeinsam mit dem Geopark Vulkanregion Vogelsberg – sogenannte Geotope verschiedener Gesteinsarten als Naturdenkmal ausgewiesen, um sie unter Schutz zu stellen. Dazu gehören etwa die Dicken Steine bei Stumpertenrod. Die Felsformation besteht aus relativ dünnen, feinkörnigen, fast schwarzen Basaltsäulen. Die Anordnung dieser Säulen deutet auf einen etwa zehn Meter breiten, 30 Meter langen und acht Meter hohen Schlot hin. Hier ist die Geschichte des Vogelsberges zu sehen – ein wahres Denkmal der Natur. Das Wort Naturdenkmal wurde erst um 1900 im deutschen Sprachgebrauch geläufig. Hessen nimmt eine Schlüsselstellung in Deutschland hinsichtlich des Schutzes von Naturdenkmälern ein: Der Erlass des Denkmalschutzes von 1902 wurde sogar mit Regeln zur Pflege verknüpft. Es gab zu Beginn ein Verzeichnis des Kreises Schotten, das bis 1934 geführt wurde und 44 Bäume umfasste. Ein zweites Naturdenkmalbuch in Alsfeld umfasste über 80 schützenswerte Bäume, bevor das Land eine gemeinsame Verordnung und die Auflösung der alten Einzelbücher forderte.

Andere Naturdenkmäler bestehen aus mehreren Bäumen, entweder als Gruppe – zum Beispiel auf dem Gerichtsplatz Freiensteinau, wo Winterlinden, Bergahorn, Esche und neu gepflanzte Winterlinden vorzufinden sind, oder in einer Allee wie am Tempelberg Schlitz. Außerdem existieren aus der bisherigen Verordnung mehrere Steine, beziehungsweise Steinformationen, die als Naturdenkmäler ausgewiesen wurden. Einige sind weniger frequentiert, andere touristisch genutzt, manche wurden gar erforscht. Exemplarisch für die Aufwertung eines Geotops sind die Dicken Steine in Engelrod zu nennen, da hier Bürgermeister, Ortsbeirat, Bevölkerung, Forst, Geopark und andere auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde gemeinsam gewirkt haben.

Im Laufe des Jahres werden zehn neue Naturdenkmäler näher vorgestellt:

• Dicke Steine Feldatal/Stumpertenrod

• Christkindches Wiege Freiensteinau

• Heinzemann am Heinzemannskopf Gemünden/Ehringshausen

• Buchwaldfelsen/Hexenstein Grebenhain/Herchenhain

• Wilder Stein Herbstein/Altenschlirf

• Steinbruch am Sängersberg Schlitz/Bernshausen

• Alter Steinbruch Schotten/Eichelsachsen

• Sauborn Schotten/Kaulstoß

• Wildholloch Ulrichstein/Unter-Seibertenrod

• Muschelkalkkante am Sonnberg Wartenberg/Angersbach

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