Breitband, Hessenkasse und Fusion - In Antrifttal steht viel an

+
Vogelsberg-Idylle pur in und rund um Antrifttal.

Seinen Lieblingsplatz hat Dietmar Krist in seiner Heimatgemeinde Antrifttal gefunden: Es ist die höchste Bank in Bernsburg.

Antrifttal - „Von dort hat man einen tollen Ausblick in das Tal. Man kann es sich gemütlich machen und die Zeit an sich vorbeiziehen lassen“, schwärmt Krist, der zwei Jahrzehnte im hektischeren Rhein-Main-Gebiet verbracht hat. Seine Aufgaben als Referent im Hessischen Wirtschaftsministerium hat er aufgegeben, um in Antrifttal das Amt des Bürgermeisters auszuüben. Krist sagt: „Als Bürgermeister merke ich vor Ort, wie Demokratie im Kleinen funktioniert. Ich bin direkt am Menschen und am Geschehen.“ Das habe ihn damals an der Aufgabe gereizt. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Gut so, denn aktuell ist in Antrifttal einiges los.

Sein Lieblingsplatz: Hier nimmt Bürgermeister Dietmar Krist mit Bernsburgs Ortsvorsteher Matthias Kaul und Erbauer der Bank Fred Haschler auf der übergroßen Bank Platz (von links).

Infrastruktur hat Priorität

Der Ausbau der Infrastruktur hat für den seit 2013 amtierenden Bürgermeister höchste Priorität. Der Breitbandausbau ist in vier der fünf Ortsteile derzeit in vollem Gange. Denn ohne schnelles Internet sei eine Gemeinde in Zukunft nicht mehr überlebensfähig, ist sich der Rathauschef sicher. Es gehöre zur Grundversorgung, um die junge Bevölkerung zu halten und attraktiver für Unternehmen zu sein. „Laut Telekom werden die Arbeiten in Seibelsdorf, Vockenrod, Ruhlkirchen und Bernsburg Ende dieses Jahres abgeschlossen sein“, sagt Krist. Ausnahme sei Ohmes, das aber im kommenden Jahr mit schnellerem Internet ausgestattet werden soll.

Vor wenigen Wochen machte Antrifttal Schlagzeilen, weil es als kleinste Gemeinde des Vogelsbergkreises überdurchschnittlich stark von den Zuschüssen der Hessenkasse profitiert. 833.333 Euro erhält die knapp 2000 Einwohner starke Gemeinde. „Geld, das wir gut gebrauchen können und relativ frei einsetzbar ist“, sagt Krist, der in neue Feuerwehrfahrzeuge und Straßenausbesserungen investieren möchte. Doch das sind nur erste Ideen. Die Gemeinde werde das nun beraten.

Die kleinste Gemeine des Vogelsbergkreises profitiert überdurchschnittlich stark von der Hessenkasse.

Die Fusion mit Kirtorf

Größere Schlagzeilen noch machte Antrifttal, als in der Gemeindevertretersitzung ein Bürgerentscheid zu einer möglichen Fusion mit Kirtorf sozusagen in letzter Minute verhindert wurde – ein Thema, das Krist noch einige Wochen später nahe geht. „Die Bürger wussten nicht, was auf sie zukommt. Es ging alles zu schnell“, sagt der Bürgermeister, der sich selbst gegen den Termin des Bürgerentscheids am 24. Oktober aussprach. Die beiden Machbarkeitsstudien, die diesbezüglich unternommen wurden, hätten nicht alle Fragen beantwortet, sagt Krist. Dennoch ist das Thema für ihn nicht vom Tisch – aufgeschoben statt aufgehoben sozusagen. Es gehe jetzt darum, in Ruhe und Sorgfalt eine sinnvolle Lösung zu finden, die transparent für alle ist, meint Krist.

Soziales Engagement

Unabhängig von der tagespolitischen Arbeit ist Krist schwer angetan von seiner Heimatgemeinde. „Antrifttal hat sehr engagierte Bürger, die sich beispielsweise um die Integration der Flüchtlinge gekümmert haben, was super funktioniert hat“, so Krist. Zudem sei vor vier Jahren der Dorftag in Eigenregie ins Leben gerufen worden, in Vockenrod entstand so eine Grillhütte. „Das sind alles Projekte, die ohne die Mithilfe der Bürger nicht verwirklicht werden könnten“, sagt Krist. Das imponiere ihm.

Ein weiterer Grund, um nach 20 Jahren Rhein-Main wieder nach Antrifttal zurückzukehren, ist die Natur des Vogelsbergkreises. Die Lebensqualität sehe er in den großen Städten nicht mehr, es sei zu eng bebaut, zu teuer, laut und hektisch. Antrifttal sei zentral, nah an der Autobahn, aber dennoch ruhig gelegen – inmitten der Natur mit dem „Alleinstellungsmerkmal Stausee“, sagt Krist.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Alsfeld: Zug mit Graffiti besprüht

Ein neuer Fall von illegaler Graffiti beschäftigt seit vergangenem Wochenende die Ermittler der Bundespolizei.
Alsfeld: Zug mit Graffiti besprüht

MES Alsfeld lädt zum Tag der offenen Tür ein

Die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür am 26. Oktober laufen auf Hochtouren: Während Oberstufenschüler in der Aula kleine Theaterszenen für die Aktionsbühne …
MES Alsfeld lädt zum Tag der offenen Tür ein

Leserfoto: Vorrat für den Winter

Edith Löb aus Liederbach hat in der vergangenen Woche dieses schöne Foto eines Eichhörnchens geschossen.
Leserfoto: Vorrat für den Winter

Umfangreiches Marktangebot beim Apfel-Fest & flüssig in Homberg

Neben der Möglichkeit, an einem Sonntag mit der ganzen Familie in den Homberger Geschäften zu stöbern, gibt es auch draußen in den Straßen viel zu entdecken: Zahlreiche …
Umfangreiches Marktangebot beim Apfel-Fest & flüssig in Homberg

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.