Christkindwiegen zur Weihnacht über Alsfeld

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Voll ist es im kleinen Stübchen auf dem Turm der Walpurgiskirche, als die vielen Sänger, Bläser und Besucher um kurz vor 17 Uhr am Heiligen Abend Platz nehmen, um letzte Anweisungen zu bekommen, damit das Christkindwiegen nach alter Tradition durchgeführt wird.

Dafür begrüßt Ingrid Kober, Vorsitzende des Gesangvereins Liederkranz-Harmonie, auch drei neue Sänger, die damit den über 300 Jahre alten Brauch fortsetzen. Wie jedes Jahr werden die drei Lieder „Ehre sei Gott in der Höhe“, „Vom Himmel hoch“ und Lobt Gott, Ihr Christen“ von jeweils einer Ecke des Turms zu hören sein, wobei die Reihenfolge um 18 und um 19 Uhr getauscht wird und die vierte Ecke, die Richtung Friedhof liegt, ausgespart bleibt.

Bevor die Sänger auf den Weg nach draußen geschickt werden, zünden die Helfer die bunten Laternen an und verteilen sie. Und geben ein mahnendes „Seid leise auf dem Turm, die Zuhörer unten wollen den schönen Gesang hören“ mit auf den Weg auf die Umrandung, wo ein leichter Nieselregen die Sänger empfängt.

Mit hübschen, bunten Lampen leuchten die Weihnachtsbäume an den Ecken des Turms, als die Sänger die Lieder schmettern und unten auf dem Marktplatz eine große Zahl an Zuschauern steht und andächtig zuhört, den Blick nach oben gerichtet. Nach den drei Liedern verlassen die Mitwirkenden die Umrandung wieder und nehmen im Innenraum Platz. Dort zeichnet Kober den Dirigenten Hans Otto Schneider für sein 50-jähriges Engagement als Dirigent aus sowie Hans Werner Kober für 60 Jahre Singen beim Christkindwiegen.

„Singewein“ übergeben

Pfarrer Peter Remy hat den traditionellen „Singewein“ zur Entlohnung der Sänger mitgebracht, den er an die Vorsitzende Kober übergibt. Immer wieder sei dieser entsprechend umgerechnet worden: mal in Gulden, Taler, Reichsmark und nun auf genau 35,72 Euro, so Remy. Bürgermeister Stephan Paule singt nun schon das dritte Mal mit. „Unser Brauch ist weltweit einmalig und über 300 Jahre urkundlich nachweisbar“, verkündet er stolz.

Nach alter Sitte wird ein Vortrag über die Stadtgeschichte gehalten, den dieses Jahr wieder Dr. Monika Hölscher übernimmt. Sie hat die Geschichte über Oskar Stab vorbereitet, der neuneinhalb Monate Bürgermeister von Alsfeld war, kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Verfolgung habe er erlebt, als bekannt wurde, dass seine Schwiegermutter Jüdin sei. Er habe Mut und Zivilcourage gezeigt und fest zu seiner Familie gehalten. 16 Jahre habe er in Alsfeld gelebt, „und keiner konnte sich an ihn erinnern“, fasst Hölscher ihre Recherchen zusammen. Dann folgt der zweite Auftritt, das obligatorische Weihnachtsessen und der dritte Durchgang, bevor die Mitwirkenden zu ihren Familien nach Hause eilen.

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