Datenskandal klärt sich auf: 20-jähriger Schüler aus Homberg geständig

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Das Medieninteresse am Datenskandal, den ein 20-jähriger Homberger auslöste, ist groß.

Aufregung im beschaulichen Homberg: Wie nun bekannt wurde, stammt der Tatverdächtige des Datenskandals aus der kleinen Stadt im Vogelsbergkreis.

Er soll Daten von Politikern, Journalisten und anderen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, ausgespäht, zusammengetragen und im Dezember 2018 unberechtigt über Twitter mit Verlinkungen veröffentlicht haben. Diese seien für jedermann abrufbar gewesen. Wie auf einer Pressekonferenz des Bundeskriminalamts (BKA) bekannt wurde, sei am Sonntag, 6. Januar, die Wohnung des Schülers, der noch bei seinen Eltern wohnt, durchsucht worden. PC und Datenträger seien beschlagnahmt worden. Der Jugendliche sei einen Tag später von der Oberstaatsanwaltschaft befragt worden und habe die Tat umfassend eingeräumt. Mangels Haftgründen sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Der 20-Jährige soll angegeben haben, alleine agiert zu haben. Hinweise auf eine Beteiligung lägen derzeit nicht vor, so der Pressesprecher Georg Ungefuk in der Pressekonferenz des BKA. Wie Sabine Vogt des BKA mitteilte, seien etwa 1000 Personen des öffentlichen Lebens als Geschädigte betroffen. Diese habe man von dem Vorfall informiert. Maßnahmen von Prävention und Schutz würden nun geprüft. Der jugendliche mutmaßliche Täter wohne zu Hause und gehe noch zur Schule. Er habe viel Zeit im Internet verbracht und sich so Kenntnisse für das Hacking selbst beigebracht. Er habe umfassend gestanden und Aufklärungshilfe geleistet. Zusätzlich habe er Szeneerkenntnisse geliefert.

Sollte er als Jugendlicher nach dem Jugendgesetz verurteilt werden, drohen ihm erzieherische Maßnahmen wie Arrest, Arbeitsstunden oder eine Geldstrafe. Erwachsenen würde für das Ausspähen von Daten und Hehlerei von Daten bis zu drei Jahren Haft und eine Geldstrafe drohen. Wie das BKA mitteilt, seien inzwischen einige Sicherheitslücken im Internet inzwischen behoben worden.

Hombergs Bürgermeisterin Claudia Blum steht für eine spontane Pressekonferenz zur Verfügung.

Aufregung in Homberg am Dienstag

In Homberg sprach sich der Vorfall am Dienstag unter den Bürgern nur langsam rum, dass der Tatverdächtige aus ihrem Ort stamme. Viele zeigten sich überrascht. So auch Bürgermeisterin Claudia Blum, die sich mit einer Vielzahl von Journalisten konfrontiert sah und spontan eine Pressekonferenz im Sitzungssaal des Rathauses einberief, um sich den vielen Fragen zu stellen. „Die Überraschung ist das Vorwiegende, dass es jemand von hier ist. Es ist eine gesellschaftliche Geschichte“, so Blum. Wo Internet vorhanden sei könne dies überall passieren. „Es gibt viele Gerüchte zu dem Tatverdächtigen. Aber daran werde ich mich nicht beteiligen“, stellte Blum klar.

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