Doppelt so viele Anträge: Blick hinter die Kulissen des Kommunalen Jobcenters

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Martyna Aha (links) und Luisa Schad von der Servicestelle der KVA Vogelsbergkreis - Kommunales Jobcenter des Vogelsbergkreises verzeichnen in den vergangenen Wochen viele neue Anträge.

Die Coronakrise trifft viele vor allem finanziell. Das bekommt auch die Servicestelle der KVA Vogelsbergkreis - Kommunales Jobcenter am Standort in Lauterbach zu spüren. Seit Mitte März haben sich eine Reihe neuer Akten angesammelt. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Vogelsberg. Der Corona-Lockdown stellte nicht nur im Vogelsbergkreis rund acht Wochen vieles auf den Kopf, was bis dahin selbstverständlich war. Einschränkungen im Alltag, strenge Hygiene- und Abstandsregeln sowie Ungewissheit sorgten und sorgen bei vielen Menschen für Verunsicherung. Dazu kommt bei manchen die Sorge, ob am Ende des Monats das Geld fürs Essen oder die Miete reicht. Das bekommen auch Luisa Schad und Martyna Aha von der Servicestelle der KVA Vogelsbergkreis - Kommunales Jobcenter am Standort in Lauterbach zu spüren. Sie sind, gemeinsam mit den Kolleginnen Silvia Merle und Jessica Stein, die in der Servicestelle in Alsfeld eingesetzt sind, erste Anlaufstelle, wenn Menschen auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Seit Mitte März haben sich eine Reihe neuer Akten angesammelt. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

„Die Antragszahlen haben sich seit dem Corona-Lockdown mindestens verdoppelt“, sagt Ulrike Klein, Fachdienstleitung vom Sachgebiet Leistung der KVA beim Rückblick auf die vergangenen acht Wochen. Viele Menschen, die vor den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für sich selbst oder ihre Familien sorgen konnten, sahen sich plötzlich ungeahnten Herausforderungen gegenüber: Berufsverbote, geschlossene Geschäfte, abgesagte Termine und fehlende Einnahmen, die relativ unerwartet zu finanzielle Problemen führten.

Auch für die KVA bedeuteten die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung eine tief greifende Umstellung: „16. März, 12 Uhr – ab diesem Zeitpunkt waren unsere Türen für den Kundenverkehr geschlossen und viele Abläufe mussten neu geregelt werden“, sagt Ulrike Klein. Von da an standen für einige Tage die Telefone in der Servicestelle nicht mehr still. „Wir haben unser telefonisches Beratungsangebot ausgebaut, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen der KVA haben die Servicestelle unterstützt. So konnten wir die Beratung sehr gut aufrechterhalten“, sagt Stefan Schneeberger, Teamleiter der Servicestelle. Auch wurden Teams gebildet, die entweder in der KVA oder im Homeoffice arbeiten, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und Abläufe aufrechtzuerhalten.

Seit vergangener Woche ist die Kreisverwaltung und damit auch die KVA wieder für Besucher geöffnet. Allerdings ist es dringend erforderlich, im Vorfeld einen Termin zu vereinbaren.

Ein Aspekt, der den Antragsstellern sowie der Behörde zugutekommt, ist der überarbeitete Antrag auf Arbeitslosengeld II. „Der Antrag wurde verkürzt und die Zugangsvoraussetzungen weiter gefasst“, beschreibt Ulrike Klein die Eckpunkte des Gesetzes, welches vorerst vom 1. März bis zum 30. Juni in Kraft ist. Das soll Menschen zugutekommen, die zum Beispiel in der Gastronomie, als (Solo-)Selbstständige, als Freiberufler, Künstler oder anderen Tätigkeiten nachgehen. Rund 50 Prozent der Anfragen kommen demnach von Selbstständigen.

Für den Antrag seien außerdem weniger Unterlagen zu beschaffen. Zwar hätten sich die Grundbedingungen nicht verändert, doch seien Erleichterungen feststellbar, versichert Ulrike Klein. Am besten können die meisten Anliegen momentan telefonisch geklärt werden. „Die Anträge sind online verfügbar, aber am schnellsten läuft die Bearbeitung, wenn die Menschen uns anrufen. Denn viele Fragen klären sich im Gespräch – oft schon bevor zum Beispiel ein unvollständiger Antrag abgegeben wurde“, sagt Stefanie Östreich.

Auf der Homepage www.kva-vogelsbergkreis.de sind Antragsunterlagen verfügbar. „Außerdem haben wir zum Beispiel ein FAQ für Selbstständige ergänzt“, so Ulrike Klein abschließend.

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