"Ein Mammutprojekt" - Seehotel Michaela stellt Baupläne für Wellnessbereich und neue Zimmer vor

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Bürgermeister Dietmar Krist (links) sieht in dem Ausbau des Seehotels Michaela Chancen für die Region und Antrifttal. Joachim Eckstein (rechts) vom Seehotel Michaela stellte am Mittwoch die Baupläne vor – auch der anwesenden Bauaufsicht.

Das Seehotel Michaela am Antriftstausee wird sich in den kommenden Jahren deutlich vergrößern. Das Gebäude genügt derzeit nicht mehr den Ansprüchen – es gibt zu wenige Zimmer, ein Wellnessbereich fehlt. Als Tagungsstätte eignet sich das Hotel ob der wenigen Betten nur bedingt.

Antrifttal - Oder wie es Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist auf den Punkt bringt: „Es ist zu groß für ein Café und zu klein für ein Hotel.“ Das soll sich nun ändern. Die entsprechenden Umbaupläne stellten am Mittwochmorgen die Geschäftsführerin des Seehotels Michaela Eckstein mit Ehemann Joachim sowie der Architekt Frank Neumann im Hotel vor.

„Einen Spagat zwischen Alt und Neu“ zu schaffen und die einmalige Lage direkt am See zu würdigen, das stand für den Architekten aus Neuhof in der zweijährigen Planung an erster Stelle. Deswegen werde das jetzige Gebäude sowie die Terrassen bis auf wenige kleine Änderungen erhalten bleiben – den Ursprung wolle man wahren und Neues angliedern.

Konkret handelt es sich vor allem um zwei Neubauten. Im größeren, der sich vom See aus rechts direkt an das bestehende Gebäude anschließt, sollen 22 neue Zimmer sowie der Wellnessbereich untergebracht werden. Das Hotel wird dann – nach den derzeitigen Plänen – auf insgesamt 70 Betten aufgestockt. Im Erdgeschoss des Neubaus soll der Wellnessbereich mit Sauna, Pool und einer Ruhezone mit Blick auf den See entstehen. „Wellness ist ein wichtiges Thema, insbesondere bei einem so ruhig gelegenen Hotel, wohin Gäste zum Entspannen kommen“, sagte Neumann. Zudem bestehe die Überlegung, den Wellness-Bereich auch für externe Gäste zu öffnen.

Mehr Gäste bedeuten mehr Logistik

Ein weiterer Neubau, links vom Hotel, soll die Terrasse und den Biergarten erweitern. Anstelle der Grillhütte soll dort ein abgeschlossener Bewirtungsraum entstehen, der die mögliche Gästekapazität bei Feiern und Hochzeiten erhöht. Mehr Gäste bedeuten aber auch mehr Logistik: Es werden weitere Parkplätze entstehen, das Foyer wird vergrößert, Abstellplätze und Büroräume sollen geschaffen werden. „Bevor wir mehr Gäste aufnehmen können, muss die Infrastruktur stimmen“, sagte Joachim Eckstein. Daher solle im ersten Bauabschnitt die Grundlage für die spätere Zimmerzahl geschaffen werden – sprich Technik, Foyer, Terrasse werden voraussichtlich ab Herbst kommenden Jahres ausgebaut, um 2021 bereits den neuen Biergarten präsentieren zu können. Im zweiten Bauabschnitt soll nach derzeitigen Stand der Neubau mit Wellnessbereich und den weiteren Zimmern entstehen. Die anwesende Bauaufsicht sah bei den derzeitigen Plänen keine Bedenken für den Bau.

Was passiert mit den Amphibien

Bedenken äußerte jedoch Gudrun Huber von der Unteren Naturschutzbehörde beim Tierschutz, insbesondere beim Schutz der Amphibien. Am Antriftstausee gebe es die größte Ansammlung im Raum Alsfeld, es handele es sich um einige tausend Tiere, die im Frühjahr vom Wald zum See und im Herbst wieder zurück wanderten. Das Hotel und die geplanten Neubauten liegen genau zwischen dem Stausee und dem Seibelsdorfer Wald.

Architekt Frank Neumann im Gespräch mit der Sachgebietsleiterin für Naturschutz Gudrun Huber.

Deswegen wurden Gutachten erstellt, den Amphibien wurden Leitsysteme unter der Hauptstraße zwischen Angenrod und Seibelsdof gelegt, die am Hotel vorbeiführen. Joachim Eckstein betonte gegenüber Frau Huber, die biologische Baubegleitung ernst zu nehmen. Zwar habe er in den drei Jahren, in denen er gemeinsam mit seiner Frau Michaela das Hotel betreibe, keine fünf Frösche gezählt, dennoch sorge er stets dafür, die Durchlässe der Leitsysteme sauber zu halten. Im Einklang mit der Natur werde auch die Wahl der Baumaterialien sein. Aktuell präferiere man Naturstein und Holz in warmen Tönen. Eine Überlegung sei auch, die Dächer der Neubauten, die das ursprüngliche Hotel nicht überragen werden, zu begrünen. Der Bauantrag soll – wenn möglich – im Frühjahr kommenden Jahres gestellt werden, der erste Bauabschnitt 2021 abgeschlossen sein.

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