Erfolgreiche Musicalpremiere in Feldatal: Begeisterung bei "Mensch Martin"

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Ganz schön gut drauf: Pfarrer Henner Euirch alias Johann Tetzel mit seinen verkaufsfördernden Cheerleaderinnen.

Mit Spannung erwartet und frenetisch gefeiert: Die Premiere von „Mensch Martin“.

Das Musical zum Lutherjahr von Pfarrer Henner Eurich wurde nach vielen Wochen der intensiven Proben von dreißig Jungen und Mädchen des Dekanats gemeinsam mit der Moment-mal-Band uraufgeführt - unterstützt von Anna Schüßler. Im Rahmen der Dekanatskirchenmusikmesse am vergangenen Sonntag kamen mehr als 500 Gäste in die Feldahalle, um zu sehen, was der musikbegeisterte Pfarrer und seine Crew sich wieder hatten einfallen lassen.

Die Bühne war sparsam dekoriert, die jungen Akteure trugen keine Kostüme: Der Fokus lag eindeutig auf den Liedern, die mit wenigen gesprochenen Erläuterungen vorgetragen wurden. Das titelgebende Stück „Mensch Martin“ eröffnete das Musical. Es präsentierte Martin als „einen von uns“, der der kleine Mönch vielleicht einmal war, genauso wie „einen von den Großen“, der der Reformator ja zweifellos geworden ist. Ein fetziges Stück, das die insgesamt sehr rockige Note des Musicals unterstrich und auch die musikalische Freude der Band eindrücklich präsentierte.

Die vier Musiker und die Sängerin hatten ganz offenkundig Spaß daran, mit den Kindern zu singen und spielen, und auch den jungen Künstlern war von Anfang an ihre Freude förmlich anzusehen. Viele Kinder schlüpften im Lauf des Musicals in die Rolle von Martin – eine Basecap zeigte an, wer gerade den Reformator spielte - eine gute stilistische Idee, die sowohl bei den Kindern als auch bei den Gästen sehr gut ankam.

Mit dem Lied „Gloria in excelsis Deo“ wurde aus Martin ein Mönch, der die Liebe Gottes kennenlernte und nach vielen inneren Kämpfen und noch mehr Überlegungen und durch das Studium der Bibel zu der Erkenntnis kam, dass die Menschen von aller Not allein durch Gnade, durch Glaube und durch Liebe gerettet werden können: „Gott liebt uns, auch wenn wir Fehler machen!“

Nach dem mitreißenden Stück „Allein durch Gnade“ fiel es dem Publikum sichtlich schwer, dem Wunsch des Pfarrers nachzukommen und sich den Applaus für das Ende des Musicals aufzuheben. Was hier noch mühsam gelang, brach sich nach dem nächsten Stück Bahn. Der Pfarrer selbst brillierte in einer so guten Ablass-Verkaufs-Show als Ablassprediger Tetzel, der weder vor den abgedroschensten Werbephrasen noch vor dem Einsatz von Cheerleaderinnen zurückschreckte, damit die Menschen ihm jede Menge Geld für die Erlösung zahlen würden. Und das machte er so gut, dass wahrscheinlich der eine oder andere kurz davor stand, ihm ein paar Ablassscheine abzukaufen.

Noch zwei Aufführungen des Musicals „Mensch Martin“ sind geplant: Am Freitag, dem 3. November, ist es um 17 Uhr in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule in der Schillerstraße zu sehen und am Sonntag, dem 12. November, um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle in Leusel. Der Eintritt ist frei.

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