"Fangen bei Null an": Stadt Alsfeld berät mit den Vereinen über die Zukunft des Stadtfestes

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Großes Interesse der Vereine: Wirtschaftsförderer Uwe Eifert lud Vereinsvertreter ein, um mit ihm die Zukunft des Alsfelder Stadtfestes zu sprechen. Diskutiert wurde über vieles. Konkret wurde es selten.

Viel Gesprächsbedarf herrschte am Mittwochabend in der Neuen Feuerwache in Alsfeld, als knapp 60 Vereinsvertreter aus Alsfeld der Einladung von Wirtschaftsförderer Uwe Eifert gefolgt waren. Das Thema: Die Zukunft des Alsfelder Stadtfestes.

Alsfeld. Denn fest steht, dass sich der Verkehrsverein Alsfeld aus der Organisation des traditionsreichen Festes am ersten August-Wochenende zurückzieht. Die Stadt wird die Feierlichkeiten zum ersten Mal selbst austragen. Die Idee der Verwaltung: Die Vereine aus Alsfeld und der Ortsteile stärker in die Planung und Gestaltung des Stadtfestes miteinzubeziehen.

Das Interesse vonseiten der Vereine zur ersten gemeinsamen Sitzung war enorm. „Es sind mehr gekommen als erhofft“, freute sich Eifert zu Beginn, als er die Vertreter unter anderen der Sport-, Tierschutz-, Musik- und Feuerwehrvereine begrüßte.
„Wir fangen komplett bei Null an“, sagte Eifert und steckte die wenigen Voraussetzungen des Stadtfestes ab. Nicht optional sei, dass der Marktplatz und der Schwälmer Brunnen nicht zur Verfügung stünden, die Marburger und Altenburger Straße nicht gesperrt werden dürfen und der Verkehrsverein nicht mehr als Organisator auftrete.
Selbst das Datum der Veranstaltung – gewöhnlich am ersten August-Wochenende – könne diskutiert werden. Denn der einzige Grund, weshalb das Stadtfest immer an diesem Wochenende stattfinde, sei: „Das war halt schon immer so.“ Darin waren sich die Anwesenden einig. Doch habe der Termin für viele Vereine auch Nachteile. Denn für gewöhnlich fällt er meist in die Sommerferien, wodurch viele Vereinsmitglieder im Urlaub seien. Ein Problem, wenn sich Vereine an dem Tag präsentieren möchten, ihnen aber die Manpower fehlt. Und doch gingen die Teilnehmer am Mittwochabend eher so auseinander, dass eine Terminänderung in diesem Jahr zu kurzfristig sei und man zunächst am Samstag, 1. August, festhalte.

So konkret wie in der Frage um das Datum wurde es an dem Abend selten. Vielen Vereinsvertretern sind die Rahmenbedingungen für eine Zusage, sich an dem Fest zu beteiligen, zu schwammig. Man hätte sich vonseiten der Stadt mehr Input gewünscht. Es kommen Fragen auf: An welchen Stellen findet das Stadtfest statt? Wie sieht es mit Standmiete und generell den Kosten aus? Wer sorgt für Musik, wer für Essen und Trinken, wer für den Aufbau und die Anschlüsse?
Diskutiert wurde rege. Da möchte ein Verein zum Beispiel veganes Essen im Klostergarten an der Rockbühne anbieten. Ein anderer möchte aber zur Rockmusik seine Flasche Bier und seine Bratwurst. Da möchte einer die Untergasse als Partymeile ausschreiben, ein anderer möchte lieber viele verschiede Standorte bespielen. „Die Schwierigkeiten liegen im Detail“, sagte auch Eifert.

Dennoch konnten an dem Abend bereits einige unverbindliche Zusagen festgehalten werden: Der ACC möchte wie gewohnt den Grabbrunnen bespielen, der Rockmusik Alsfeld e.V. möchte auch in diesem Jahr namhafte Bands auf die Bühne im Klostergarten holen, am Kirchplatz soll es wie gehabt Jacky-Cola von den Bikern geben, am Laternchen wird es Live-Musik geben.
Zudem waren sich die meisten einig, dass der Nachmittag des Stadtfestes wieder mehr den Vereinen gehören soll – so wie es früher war. Doch weil von Jahr zu Jahr immer weniger Vereine die Manpower dazu hatten, sich am Stadtfest zu präsentieren, habe man das mehr und mehr aufgegeben.

Viele anwesende Vereinsvertreter äußerten ein grundlegendes Interesse, sich an dem Stadtfest zu beteiligen und zu präsentieren. Doch bleibe noch viel Klärungsbedarf. Wirtschaftsförderer Uwe Eifert empfahl zu Schluss, sich in den Vereinen nochmals Gedanken zu machen und sich bei der Stadt bis zum 4. März zu melden, falls sich der Verein in irgendeiner Form beteiligen wolle. Man werde sich dann in einer kleineren Runde zusammensetzen und besprechen. Denn eines sei klar: „Beim nächsten Treffen müssen wir mehr in die Tiefe gehen“, so Eifert.

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