Feierliche Amtseinführung von sechs Lektoren

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Feierliche Amtseinführung: Propst Matthias Schmidt, Pfarrer Thomas Harsch und Dekan Dr. Jürgen Sauer (hintere Reihe von links nach rechts) führten die neuen Lektorinnen und Lektoren in ihr Amt ein: Tanja Fröhlich, Gernold Roth, Carmen Heipel, Joachim Well, Jürgen Greb und Simone Harres (vordere Reihe von links nach rechts).

Drei Lektorinnen und drei Lektoren durften Propst Matthias Schmidt, Dekan Dr. Jürgen Sauer und Pfarrer Thomas Harsch am vergangenen Sonntag in der Evangelischen Michaeliskirche zu Ehringshausen in ihr Amt im Evangelischen Dekanat Vogelsberg einführen.

Die kleine Kirche, in der die sechs frischgebackenen ehrenamtlichen Prediger unter der Leitung von Pfarrer Harsch einen großen Teil ihrer Ausbildung absolviert hatten, war gut gefüllt: Freunde und Familienmitglieder, Gemeindeglieder und Pfarrerinnen und Pfarrer, die als Mentoren gewirkt hatten oder mit ihrer Anwesenheit ihrer Wertschätzung gegenüber dem Engagement der sechs neuen Lektoren Ausdruck verleihen wollten, waren da. Auch Präses Sylvia Bräuning war nach Ehringshausen gekommen, genauso wie Petra Herfel-Stürz vom Förderverein für Lektorinnen- und Lektoren-, Prädikantinnen- und Prädikantenarbeit in der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau. e.V. Musikalisch rahmte Dekanatskirchenmusikerin Christine Geitl den feierlichen Gottesdienst ein.

Propst Matthias Schmidt richtete in seiner Predigt persönliche Worte an die neuen Lektoren.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Harsch stellten die angehenden Lektoren Joachim Well, Jürgen Greb und Simone Harres Inhalte und Hergang ihrer Ausbildung vor. Sie berichteten von zehn Treffen in 15 Monaten, in denen sie von der Selbstvergewisserung über liturgische und theologische Inhalte bis hin zu ganz vielen praktischen Handreichungen viele Erkenntnisse gewinnen konnten und sich als „gut arbeitende Gruppe, die fest im Glauben steht“, behaupteten. Stimme, Sprechen und Lesen im Kirchenraum gehörten zu den Lerninhalten, aber auch die Psalmen im Gottesdienst und der Gottesdienst im Kirchenjahr. Es ging um Kommunikationsmethoden und um Schriftlesung, Gebete und Predigt. Auch über Gottesdienste in fremden Gemeinden und Gottesdienste mit wenigen Besuchern sprach die Gruppe. Ihre Mentoren aus verschiedenen Kirchengemeinden gaben den ambitionierten Kursteilnehmern die Möglichkeit, gemeinsam Gottesdienste vorzubereiten und am Ende selbstständig zu halten, und die Pfarrer hatten viele praktische Tipps für die angehenden Lektoren, von denen diese begeistert berichteten.

Diese Begeisterung war es auch, die Propst Matthias Schmidt wahrgenommen hatte, als er zum Vorbereitungsgespräch mit den zukünftigen Lektoren gekommen war, und sie war es auch, über die er in seiner Predigt zur Amtseinführung sprach. Ausdrücklich dankte er den sechs Kursteilnehmern für ihre Leidenschaft und ihre Freude, für ihr Engagement und die Zeit, die sie in eine lange, intensive Ausbildung gesteckt hatten. In seiner Predigt folgte der Propst den Gedanken des Kabarettisten und Schriftstellers Hanns Dieter Hüsch, der auch Prädikant gewesen war, und in seinen ihm eigenen Segenswünschen mit einer Leichtigkeit über Gott gesprochen habe, ohne ihn kleinzureden. Er wünschte den Lektoren, die er in ihr Amt einführen würde, dass sie auf ihre Sprache achten mögen, dass sie mit Leichtigkeit von Gott sprechen könnten, ohne sein Geheimnis zu zerreden. Schmidt riet den Laienpredigern und allen anderen ebenfalls zu Respekt vor den Gottesdienstbesuchern. Auch ihren Geheimnissen solle man Raum lassen, genauso wie den eigenen, die man selbst mit zum Gottesdienst brächte. Nicht Herren über den Glauben seien die Prediger, sondern Helfer zur Freude, wie Paulus es gesagt habe, gab der Propst den Lektoren mit auf den Weg und riet ihnen auch, die Grenzen der eigenen Worte anzuerkennen. Immer wieder wandte Schmidt sich in seiner Predigt den Lektorinnen und Lektoren zu – ihnen waren seine Worte gewidmet.

Pfarrer Harsch ging in seiner kurzen Ansprache auf die Beweggründe ein, die zu dem neuen Ausbildungskurs für Lektoren geführt hatten, unter anderem der Wunsch, auch nach der Pfarrstellenneubemessung in den nächsten Jahren weiterhin regelmäßig Gottesdienste in den Gemeinden anbieten zu können. Die sechs Kursabsolventen seien sehr gut auf ihr Amt vorbereitet und hätten während ihrer Ausbildung viel Einsatz und großes Interesse gezeigt. Von ihrer persönlichen Motivation und ihren Erfahrungen während der Ausbildung sprachen sodann die angehenden Lektoren. Hier lag die Betonung auf dem wertschätzenden Umgang und den Freundschaften, die entstanden sind, sowie auf der Erweiterung des persönlichen Horizontes. Schon im Vorfeld des Gottesdienstes hatten sie angegeben, Positives im Leben zurückgeben zu wollen, das Wort Gottes weitersagen zu wollen und auch die Gemeinde mit ihrem Tun zu unterstützen.

In einem feierlichen Akt führten Propst Schmidt, Dekan Dr. Sauer und Pfarrer Harsch Tanja Fröhlich, Jürgen Greb, Simone Harres, Carmen Heipel, Gernold Roth und Joachim Well in ihr Amt ein, schenkten ihnen Segenswünsche, überreichten Urkunden und Geschenke. Im Anschluss daran dankten die frischgebackenen Lektoren ihrem Ausbilder, ihren Mentoren und auch ihren Familien für die Unterstützung, die sie erfahren haben. Besonderes Lob wurde Pfarrer Harsch zuteil. Er sei „der beste Ausbilder, den man sich wünschen könne“, hieß es, ein „leidenschaftlicher, mitfühlender, ermutigender, wohlwollender und kritischer Lehrer.“ „Es war eine ganz besondere Zeit mit ihm mit besonderen und vielschichtigen Erfahrungen für uns alle“, schloss Carmen Heipel ihre Ansprache.

Zum Abschluss ergriff auch Dekan Dr. Sauer noch einmal das Wort. Im Namen des Dekanats dankte er allen Lektoren für ihr Engagement und lobte den Ausbilder und die Mentoren für ihr gutes und erfolgreiches Tun. Petra Herfel-Stürz sagte den neuen ehrenamtlichen Predigern die Unterstützung ihres Vereins zu und versicherte ihnen: „Die Suche nach der Wahrheit geht weiter.“

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