Fleisch, Karotte, Käfer? Strategien für eine Ernährung der Zukunft

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Überzeugt vom guten Angebot des Klimacafés zeigte sich Pfarrer Walter Bernbeck (rechts).

Die Evangelische Jugend im Vogelsberg hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten und Generationen ins gemeinsame Gespräch über Klimagerechtigkeit, Ernährung und Visionen zu bekommen.

Alsfeld - Dazu veranstaltet das junge Projektteam bereits seit März an unterschiedlichen Orten im Vogelsberg monatliche Klimacafés. Beim Klimacafé in Billertshausen waren eine Landwirtin und ein Landwirt als „special guests“ dabei. Teenager, Erwachsene und Senioren diskutierten moderiert von Sophie Schramm und Alex Theumer in gemischten Kleingruppen zu Biogasanlagen und Ökolandbau. Dabei brachten sie ganz grundsätzliche Fragen ein, etwa ob Biogasanlagen überhaupt für eine nachhaltige Zukunft sinnvoll sind und wie sie funktionieren. Auf die Frage, ob man sich besser fühle, wenn man auf nachhaltige Lebensweise achtet, sagte eine Jugendliche: „Ja, aber was bringt es? Dadurch verändert sich ja nichts.“ Es brauche viel Kraft, sich langfristig um nachhaltigen Lebensstil zu bemühen, immer wieder zu reflektieren und darüber im Gespräch zu bleiben.

Ausblick auf Konferenz und Gipfel

Vom 31. Oktober bis 3. November treffen sich circa 30 junge Klimabotschafterinnen und -botschafter aus verschiedenen Landeskirchen, Vereinen, Schulen und auch aus unterschiedlichen Ländern zur Jugendklimakonferenz in Hopfmannsfeld. Unterstützt von der Evangelischen Jugend auf dem Land und gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, stehen „Ernährungsstile der Zukunft“ zur Diskussion. Am Samstag während der Konferenz tagt der Klimagipfel mit kreativen Veranstaltungen, wie World Café, Bühnentischgespräche oder einem philosophischen Talk und einer Fülle von Workshops. Einzelne Referentinnen und Referenten sowie Organisationen gestalten den Gipfel: So wird etwa eine junge Promotionsstudentin aus London ihr Konzept von Eco-Poetry-Slam vorstellen.

Das Naturschutzzentrum und das Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN sowie Fachleute aus den Naturwissenschaften bereichern die Konferenz mit Know-how über Zusammenhänge, Fakten und Prognosen. Theologen und Theologinnen bringen ihre Standpunkte zum Thema Schöpfung und grüne Reformation ein. Die Foren an den Abenden sowie der Gipfel-Samstag sind offen für alle. Konfi-Gruppen und Schulklassen sind eingeladen, an Workshops und Plenardiskussionen teilzunehmen. Beim Gipfel wird ein Ideenpaket geschnürt, das Anregungen für Politik, Institutionen, Gemeinden oder auch den privaten Alltag enthält. Damit die Konferenz nicht nur im Vogelsberg wahrgenommen wird, sondern auch überregionale Strahlkraft entwickelt, arbeiten die Jugendlichen an einer digitalen Live-Übertragung. So können nicht nur deutschlandweit Leute an den Gesprächen teilhaben, sondern auch interessierten Menschen im Ausland.

Teilnehmende der 1. Konferenz im Jahr 2015 haben hier bereits Interesse angemeldet. Am 3. November endet die Tagung mit einem Jugendgottesdienst, in dem die Klimabotschafter und -botschafterinnen einen Segen mitbekommen, der sie auf dem oft schwierigen und anstrengenden Weg im eigenen Leben, aber auch im jugendpolitischen Einsatz hin zu einer nachhaltigen Zukunft begleiten soll.

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