Flügellahm im Nirgendwo

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Auch in diesen Größendimensionen kommt es hin und wieder auf Zentimeter an.
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Hier geht für einen kurzen Moment nichts mehr. Gut, dass genug PS in der Nähe sind.
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Nichts für Anfänger: Rückwärts mit dieser Länge um eine enge Kurve fahren.
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Unabdingbar: Auch die Reifen der Hinterachse können lenken.
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Ab zur Baustelle. Die letzten Meter können wieder im Vorwärtsgang absolviert werden.
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Hier fehlt eindeutig noch etwas. Die Rotorblätter kommen mit Verspätung an.
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Vergangenes Wochenende strandeten die überlangen Brummis auf einem Feldweg nahe der Pfefferhöhe - beladen mit Rotorblättern für Windkraftanlagen. In Millimeterarbeit kratzen die Transporter gerade noch so die Kurve. Dabei lief nicht alles nach Plan.

Es ist stürmisch an diesem Montagnachmittag. Beste Voraussetzungen also für die Windkrafträder, die nahe Alsfeld Strom erzeugen. Einige allerdings drehen sich noch nicht. Wie auch – ohne Rotorblätter?

 

Die nämlich befinden sich noch auf den Lkws, die am Freitag kurz vor dem Ziel auf einem Feldweg gestrandet waren. „Das Problem war, dass wir von Frankfurt kamen, der Ausbau für den Windpark allerdings aus Richtung Kassel gedacht ist”, erklärt ein LKW-Fahrer, der die Situation ganz gelassen zu sehen scheint. Die Langtransporte konnten dadurch nicht die korrekte Richtung einschlagen und parkten seitdem auf einem Feldweg.

 

Heute aber rollen sie wieder an – die Brummis. Zur letzten Etappe bis zum Turm, der bereits aus dem Waldgebiet herausragt. Dazu müssen die Lkws rückwärts um eine schmale Kurve herausmanövriert werden. Kein leichtes Unterfangen für die Fahrer und den Einweiser, die über Funk miteinander in Kontakt stehen. Zentimeter um Zentimeter lotst der Einweiser rückwärtsfahrend den ersten Lkw um die Kurve. Auch sein Hund streckt wachsam den Kopf aus dem Begleitfahrzeug. Zu sehr auf den Lkw konzentriert, passen Hund und Herrchen für einen kurzen Moment nicht auf ihr eigenes Fahrzeug auf und kommen vom Feldweg ab. Nichts geht mehr – weder vorwärts noch rückwärts. Er steckt fest.

 

Doch davon scheint sich keiner der Beteiligten aus der Ruhe bringen zu lassen. Ihre Erfahrung ist ihnen anzumerken. Der Einweiser nimmt einen tiefen Zug von seinem Zigarillo und verbindet das Begleitfahrzeug und den Langtransporter kurzerhand mit einem Spanngurt. Mühelos hievt der Lkw das Fahrzeug aus dem kleinen Graben. Hier geht es eben nur in Teamarbeit. Schließlich kriegt der erste Lkw gerade noch so die Kurve. Zwei weitere warten noch. Und dann kommt zusammen, was zusammen gehört und das Windrad kann endlich Strom erzeugen.

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