Das flüssige Gold: Ulrichstein wartet weiterhin auf Wasser

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Am Rande der Kernstadt Ulrichsteins wird nach Wasser gebohrt. Bei einer Tiefe von aktuell 137 Metern wurden Pumpversuche gestartet. Man hofft auf gute Messergebnisse.

Ulrichstein benötigt Trinkwasser. Das ist spätestens seit dem vergangenen trockenen Sommer ein ernsthaftes Problem in Hessens höchst gelegener Gemeinde.

Ulrichstein - Seitdem waren ihre Bürger häufig auf Wasserlieferungen aus den umliegenden Städten angewiesen – die Schürfquelle, die die Kernstadt sonst mit ausreichend Wasser versorgte, war versiegt. Ulrichstein musste reagieren – die kostenintensiven Tanklaster waren keine Dauerlösung.

Deshalb wird am Rande der Kernstadt seit Herbst vergangenen Jahres nach Wasser gebohrt. Die Hoffnung: eine ausreichende neue Wasserquelle zu finden. Im Winter konnte sich die Gemeinde aus dem neuen Brunnen, der bis dato 53,5 Meter tief war und eineinhalb Liter Wasser in der Sekunde fördern konnte, mit Trinkwasser versorgen. Das wird auf Dauer allerdings nicht ausreichen: „Fünf Liter in der Sekunde müssen wir fördern können, um die Kernstadt konstant mit Trinkwasser versorgen zu können“, sagt Bürgermeister Edwin Schneider.

Deswegen wird seit Frühjahr weiter gebohrt. Die ursprüngliche Annahme der Experten und der zuständigen Firma „retagg solutions“, auf eine entsprechend große Wasserquelle in einer Tiefe von etwa 75 Metern zu stoßen, wurde nicht bestätigt. Mittlerweile ist eine Bohrtiefe von 137 Metern erreicht – Pumpversuche wurden gestartet. Doch die ersten Ergebnisse sind nicht wie erhofft.

Bürgermeister Edwin Schneider sagt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Der Wasserstand ist beim Fördern von zwei Litern Wasser pro Sekunde etwas gefallen, bei vier Litern pro Sekunde innerhalb einer knappen halben Stunde sogar um 13 Meter.“ Allerdings bedeute das nicht, dass in einer bestimmten Tiefe der Bohrung nicht genügend Wasserzuläufe vorhanden wären. Deshalb werte man aktuell den sogenannten Flowmeter-Test aus, der genau misst, in welcher Tiefe die meisten Grundwasserzuflüsse liegen.

„Zurzeit liefern unsere Schürfquellen noch genügend Wasser“, sagt Schneider. Doch bei solchen Temperaturen und wenig Niederschlag wisse man nie, für wie lange noch. Und einen Sommer wie im vergangenen Jahr, den möchte in Hessens höchst gelegener Gemeinde niemand. Man hofft auf gute Ergebnisse.

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