Frusttrinken mit Nachspiel: Zwei junge Männer eskalieren im Erlenstadion und landen vor Gericht in Alsfeld

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Zwei junge Erwachsene übertrieben es mit dem Alkohol. Dann eskalierten sie als die Polizei eintraf. Dafür wurden sie jetzt vor dem Alsfelder Amtsgericht verwarnt.

Am Ende wurden die beiden Angeklagten verwarnt. Zudem erlegte ihnen das Gericht zwei Freizeitarreste auf – also zwei Wochenenden in der Jugendstrafanstalt. Ein Zeichen wolle man damit setzen, sagte die Richterin – um den Angeklagten klar zu machen: „So ein Verhalten darf sich nicht wiederholen.“

Im September vergangenen Jahres sollen sich die beiden 19-jährigen Afghanen im Erlenstadion schwer betrunken und die herbeigerufenen Polizisten beleidigt und attackiert haben. Der Sachverhalt ließ sich gut rekonstruieren, sagte die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsbegründung. Zeugen bestätigten, dass die beiden Angeklagten an diesem Tag mehrere Flaschen Wodka getrunken hatten – zwischenzeitlich war von fünf Flaschen die Rede. Das widerlegte der toxikologische Sachverständige jedoch: „Das wäre mehr als ein Kilogramm reiner Alkohol. Das hätten sie nicht überlebt.“ Dennoch sei bei beiden am Tattag ein Alkoholwert im Blut von etwa 3,5 Promille wahrscheinlich.

Die Angeklagten gaben an, sie seien an dem Tag frustriert gewesen, weil sie eine Absage für eine Wohnung bekommen hätten. Sie seien seit langer Zeit auf der Suche nach einer Wohnung gewesen. „Ihnen wurde immer abgesagt. Sie wollten nicht mehr in den Sammelunterkünften leben“, übersetzte die anwesende Dolmetscherin für die beiden jungen Erwachsenen. Zeugen, fast alle Mitschüler der beiden, sagten aus, dass die Angeklagten am frühen Abend bereits stark alkoholisiert waren. „Sie konnten kaum noch laufen, einer übergab sich“, schilderte eine Zeugin. Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit einem dritten Beteiligten, der eine blutende Wunde am Auge davontrug, sei die Polizei herbeigerufen worden.

„Wir hatten nicht mal die Gelegenheit mit den Anwesenden zu sprechen, da wurden wir bereits aufs Übelste beschimpft“, sagte die Polizistin vor Gericht aus. Sie war an dem Tag zusammen mit ihrem Kollegen kurz nach Dienstbeginn zum Erlenstadion gerufen worden. Einer der Angeklagten sei von ihrem Kollegen mit Handschellen gefesselt worden. Der andere soll mehr Widerstand geleistet haben und massiv nach der Polizistin getreten haben. „Ich habe viele blaue Flecken davon getragen“, sagte die Polizistin aus. Auch mit Hilfe ihres Kollegen sei der damals 18-jährige nicht zu bändigen gewesen. Erst mit Unterstützung einer weiteren Streife und Umstehender habe man den Mann unter Kontrolle bringen können.

Die beiden jungen Erwachsenen wurden nach Jugendrecht beurteilt. Die Jugendgerichtshilfe sah bei beiden eher typische Verhaltensmerkmale eines Jugendlichen als eines Erwachsenen. Das sei nicht zuletzt ihrer langen Flucht nach Deutschland vor drei Jahren geschuldet. Zudem seien sie in Deutschland von einer Sammelunterkunft in die nächste gekommen. Beide entschuldigten sich wenige Tage nach dem Vorfall mit einem Brief bei der Polizei, den sie dort persönlich abgaben. Beide Angeklagten nahmen das Urteil an.

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