Zu Gast in "Panama": Jugenddezernent besucht Liederbacher Kinderhaus

+
Im neu gestalteten Wohn- und Essbereich: Hans Dieter Lange, Dr. Jens Mischak (Jugenddezernent), Dagmar Scherer (Jugendamtsleiterin) und zwei der Mitarbeiterinnen im Kinderhaus Panama, Annika Wanke und Doro Semmler (von links).

„Oh, wie schön ist Panama!“ – dieser Ausspruch der Tigerente kommt einem ganz automatisch in den Sinn, wenn man das „Kinderhaus Panama“ in Alsfeld-Liederbach betritt.

Die Jugendhilfeeinrichtung hat ihren Namen auch tatsächlich daher, dass zu Beginn der Umbauarbeiten auf einem Baumhaus in der Nachbarschaft die Tigerente prangte. Gemeinsam mit Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer verschaffte sich Jugenddezernent Dr. Jens Mischak einen Eindruck von den Räumlichkeiten, in denen zurzeit zehn Kinder und Jugendliche ihr Zuhause auf Zeit haben. „Ich glaube, hier kann man sich richtig wohlfühlen, so individuell und liebevoll wie alles hergerichtet ist“, sagt Jens Mischak nach dem Rundgang durch das Haus. Jedes Kinderzimmer hat eine andere Farbe, ganz nach dem Geschmack des Kindes oder Jugendlichen. Auch die jeweilige Einrichtung, Wandgestaltung und Fotos verraten, ob dort eine Prinzessin oder ein Sportler wohnt. „Für mich ist das hier eine der schönsten Jugendhilfeeinrichtungen, die wir haben“, bestätigt auch Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer. Sie kennt die Gründer und die Einrichtung von Beginn an, als die Eheleute Margit Enderer und Hans Dieter Lange 2010 die Betriebserlaubnis für das „Kinderhaus Panama“ als stationäre Jugendhilfeeinrichtung erhielten. „Das Haus war schon während des Umbaus offen für alle Nachbarn, wir sind hier gut akzeptiert“, erzählt Herr Lange. Rasend schnell sei es gegangen, dass aus der vormals ambulanten Betreuung das Haus Panama entstand. Und auch bei der Erweiterung im vergangenen Jahr habe man sich „quasi selbst überholt“ mit dem tagesstrukturierenden Bereich und der entsprechenden konzeptionellen Weiterentwicklung. Die Mehrzahl der zehn Kinder und Jugendlichen kommt aus der Region und man lebt das Konzept der Sozialraumorientierung. Eltern oder andere Bezugspersonen sind jederzeit willkommen, umgekehrt erfolgen auch Besuche der Kinder bei ihren Ursprungsfamilien – soweit vorhanden. „Das Leben hier soll familienähnlich sein, das haben wir uns auf die Fahne geschrieben“, sagt Lange, „wir wollten hier nichts einrichten, wo wir nicht selbst gerne wohnen würden.“

Zusammen mit dem „Jugendhaus Panama“ in Altenburg, in dem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben, sind es 24 stationäre Plätze, etwa 30 Personen – überwiegend Teilzeitbeschäftigte – arbeiten in den beiden Häusern. In erster Linie geht es um Alltagsversorgung, es gibt eine feste Tagesstruktur vom Aufstehen über Schulbesuch und Hausaufgabenkontrolle bis zum gemeinsamen Abendessen. „Wir sind von den Kindern, die uns aus der Psychiatrie zugewiesen werden, zunächst oft positiv überrascht“, so Lange. Aber manchmal stoße man auch an die Grenzen und müsse zum Schutz der restlichen Kinder und der Mitarbeiter auch Verantwortung abgeben und Unterstützung annehmen – es seien eben doch hoch auffällige Kinder mit psychischen Krankheitsbildern dabei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lkws stoßen frontal bei Homberg/Ohm zusammen

Am Dienstagnachmittag kollidierten zwei LKW auf der L 3207 zwischen Homberg/Ohm und dem Ortsteil Büßfeld im Gegenverkehr miteinander. Der Sachschaden ist enorm. Eine …
Lkws stoßen frontal bei Homberg/Ohm zusammen

Fit für den Beruf - neue Qualifizierung für Geflüchtete

In zwölf Wochen sollen geflüchtete Menschen im Vogelsberg fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Es sei das A und O, sagt Landrat Manfred Görig.
Fit für den Beruf - neue Qualifizierung für Geflüchtete

16-Jährige im Alsfelder Burgmauerweg belästigt

Am Samstagmorgen, 14. Juli, gegen 8 Uhr belästigte im Alsfelder Burgmauerweg ein Mann eine junge Frau.
16-Jährige im Alsfelder Burgmauerweg belästigt

Urlaubszeit anno dazumal

Etwa 80 Jahre alt ist die Aufnahme des Alsfelder Fotografen Hugo Grün, die er diesmal nicht in seinem Fotostudio hergestellt hat.
Urlaubszeit anno dazumal

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.