Goldfische im Homberger Marktbrunnen ausgesetzt - Zeugen gesucht

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Drei Goldfische wurden im Marktbrunnen ausgesetzt, einer erkrankte daran.

Am Samstagabend, 13. Juni, erhielt die ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte der Stadt Homberg/Ohm, Tina Bieker, von einer besorgten Bürgerin die Meldung, dass sich im Marktbrunnen vor dem Rathaus Goldfische befinden.

Homberg/Ohm - Die Tierschutzbeauftrage schaute sogleich nach und stellte fest, dass drei Goldfische im Brunnen ausgesetzt wurden. Sie organisierte zwei Helfer und das nötige Material, um die Goldfische zu fangen. Mit einem Kescher wurden die Tiere aus dem Brunnen geholt und in einem sicheren Transportbehälter untergebracht. Zwischenzeitlich hatte sich ein Tierfreund gefunden, der bereit war, die Goldfische in seinem Teich aufzunehmen. Noch am Abend konnten sie in einen artgerechten Teich umziehen.

Der Marktbrunnen in Homberg/Ohm.

Durch das Aussetzen in den Brunnen ist ein Fisch erkrankt und es ist fraglich, ob er überleben wird. Der Marktbrunnen ist für die Haltung von Fischen nicht geeignet, da es sich beim Wasser im Brunnen um kein Trinkwasser handelt und auch das nötige Futter fehlt. Die Fische könnten im Brunnen nicht überleben. Die Tierschutzbeauftragte fragt sich nun, ob das Aussetzen der Goldfische ein schlechter Scherz war oder ob sich jemand der Tiere entledigen wollte und es nicht besser wusste.

Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass es immer Lösungen gibt, wenn man sich um sein Tier nicht mehr kümmern kann und rät, sich an das Ordnungsamt der Stadt oder das Tierheim in Alsfeld zu wenden. Das Aussetzen von Tieren, auch von Fischen, stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Nach § 3 Nr. 3 des Tierschutzgesetzes ist das Aussetzen von Tieren, um sich ihrer zu entledigen, eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden kann. Auch das Aussetzen von Fischen und anderen Tieren aus Aquarien oder dem Gartenteich in die freie Natur ist grundsätzlich nicht gestattet oder genehmigungspflichtig und stellt häufig einen Verstoß gegen Tierschutz- und/oder Tiergesundheitsrecht aber auch Naturschutz- und Fischereirecht, dar.

Scheinbar harmlose Zierfische entwickeln sich ausgesetzt in freier Natur schnell zu einer ernsten Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme, da sie sich rasch vermehren, den Nachwuchs von geschützten Tierarten wie Fröschen, Molchen und Libellen fressen oder auch Krankheiten einbringen können.

Die Polizei Alsfeld und die Stadt Homberg/Ohm wollen daher wissen: Wer hat die Goldfische in den Brunnen ausgesetzt? Hat vielleicht ein aufmerksamer Bürger dazu Beobachtungen gemacht?

Die Polizei Alsfeld und die Stadt Homberg/Ohm nehmen Hinweise auch anonym entgegen. Telefon Stadt Homberg/Ohm: 06633-1840, E-Mail: bgm@homberg.de; Telefon Polizeidienststelle Alsfeld: 06631-9740.

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