Große emotionale Bedeutung: Jüdische Familie übergibt Gemälde

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Carla Gordon (stehend) mit den Zeitzeugen Käthe Schätzle (links) und Käthe Blaschko.

Bereits zum vierten Mal besuchte Carla Gordon, die Enkelin der aus Romrod in der Zeit des Nationalsozialismus vertriebenen jüdischen Familie Lorsch, die ehemalige Heimat ihrer Mutter, Großeltern und Urgroßeltern.

Seit 2008 hat sich für die aus Quincy, Illinois angereiste Gordon durch den Kontakt zu Horst Blaschko, dem Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Romrod, eine emotionale Beziehung zu Romrod entwickelt. Nun hatte Gordon ein Ölbild des früheren Hauses Lorsch in Romrod dabei, welches ihre Mutter wahrscheinlich von einem Chicagoer Auftragsmaler nach einer Fotovorlage hat malen lassen.

Am letzten Samstag fand in der ehemaligen Synagoge in Romrod in Anwesenheit von Vertretern der Stadt und des Vereins sowie von Zeitzeuginnen, die Gordons Mutter Johanna Lorsch persönlich gekannt haben, die feierliche Übergabe des Bildes statt. Dieses Gemälde hatte für die 1997 verstorbene Johanna Lorsch eine große emotionale Bedeutung. Auch deshalb möchte es die Tochter in Absprache mit ihren Kindern in die Beziehung der Familie zu Romrod einbringen. Die Besuche in den letzten Jahren, das Treffen mit Freundinnen und Bekannten ihrer verstorbenen Mutter, die Besichtigung des früheren Hauses Lorsch bei ihrem 1. Besuch in 2010, die restaurierte ehemalige Synagoge – dies habe sie sehr bewegt.

„Durch die Übergabe des Bildes schließt sich ein Kreis, der auch das Weiterbestehen und die Kontinuität unserer Familie und deren Beziehung zu Romrod symbolisieren soll. Ich hoffe, dass in der Zukunft auch meine Kinder mit ihren Kindern Romrod besuchen und die gemeinsame Erinnerung bewahren werden“, so Gordon. Matthias Heller für die Stadt Romrod und Horst Blaschko für den Heimat- und Kulturverein Romrod bedankten sich bei Gordon für ihr Engagement und die großherzige Geste. Beide betonten, dass die Bewahrung der Erinnerung nicht einfacher werde, aber trotzdem notwendig sei und versprachen, das Bild in einem würdigen Rahmen zu präsentieren.

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