Großszenario Waldbrand

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Rund 820 Einsatzkräfte aus Katastrophenschutz, Feuerwehr, Polizei, THW, Forst und Rettungsdiensten haben am Samstag einen Waldbrand besonderer Größenordnung bekämpft. Genauer gesagt: Ein Szenario eines Waldbrandes.

Vogelsberg - Im Großraum Lauterbach, Alsfeld, Grebenau und Schwalmtal übten die Einsatzkräfte in einem 38 Quadratkilometer umfassenden Waldgebiet. Es ging nicht ausschließlich um das Löschen eines Brandes – die Großübung hielt 23 sogenannte Szenarien mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen bereit. Zwischen Eulersdorf und Eifa gab es echtes Feuer: Reisig und Stämme in Nähe eines Wertholzplatzes brannten, so dass mehrere Feuerwehren und ein Wasserwerfer zum Löschen angefordert wurden. In den anderen Szenarien wurde Pyrotechnik verwendet, um Rauch zu entwickeln. Die Mülldeponie des Vogelsbergkreises geriet in Vollbrand. Dabei kamen durch Rauchentwicklung Autofahrer vom Weg ab und landeten im Wald. Das war eines der unerwarteten Zusatz-Szenarien. Zur Unterstützung waren Polizeihubschrauber aus Wiesbaden mit einem 700 Liter Wasser fassenden Transportbehälter sowie zwei Wasserwerfer der Polizei aus Mühlheim im Einsatz. Bei der Pflanzgartenhütte nahe Schwarz waren mehrere Kinder im Wald verloren gegangen und mussten gesucht werden. In weiteren Übungsszenarien mussten die Rettungskräfte eine Person versorgen, die sich beim Absturz aus 20 Metern Höhe einen Beinbruch zugezogen hatte, eine verunglückte Forstmaschine mit verletztem Maschinenführer befreien sowie einen Flugzeugabsturz abwi-ckeln, bei dem die Absturzstelle zunächst gefunden werden musste, um dann die Verletzten bergen zu können.

An der Vorbereitung hat der Katastrophenschutzstab des Kreises monatelang gearbeitet. „Wesentliche Übungsziele waren das Einrichten des Katastrophenschutz-Stabs, der örtlichen Einsatzleitungen sowie das Einrichten und Führen von Bereitstellungsräumen und deren Dokumentation“, sagte der verantwortliche Planer Michael Jahnel. Außerdem sollten die Kommunikationspläne getestet und die Zusammenarbeit verschiedenster Hilfsorganisationen vertieft werden. „Eine derart umfassende Übung kommt nicht alle Tage vor“, so Landrat Manfred Görig, „aber sie war wichtig, um Abläufe zu trainieren, damit im Ernstfall alle Beteiligten noch sicherer agieren können.“ Zusätzlich begleiteten zwei Filmteams der Polizeiakademie Hessen die Großübung, waren dafür zusätzlich mit einem Hubschrauber in der Luft. Alle an der Übung Beteiligten dürfen sich auf den Dokumentarfilm freuen, der am 3. November gezeigt werden soll.

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