„Gute Kommunikation“: Verabschiedung von Dekan Jürgen Sauer

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Am 30. Juni um 14 Uhr wird er in einem Gottesdienst in der Alsfelder Walpurgiskirche verabschiedet: Pfarrer Dr. Jürgen Sauer.

Zunächst Stadtpfarrer in Alsfeld, hat er seit 2001 als Dekan des Dekanats Alsfeld die Geschicke der Kirche in der Region mitgestaltet. Zeit für einen Rückblick auf schöne Begegnungen und große Veränderungen.

Herr Dr. Sauer, Sie waren mehr als dreißig Jahre in Alsfeld tätig. Wie stehen Sie zur Zusammenlegung der Dekanate? 

Die Erfahrung mit beiden Fusionen war sehr unterschiedlich, da die Fusion Alsfeld / Homberg freiwillig geschehen ist. Das war bei der Fusion Alsfeld / Vogelsberg anders: Sie war umstritten und von beiden Seiten nicht gewollt, es wurde ja von der Alsfelder Synode sogar beschlossen, dagegen zu klagen. Und die Probleme sind deutlich: Große Entfernungen, die Anzahl der Gemeinden, die Größe der Dekanatssynode – gleichwohl denke ich, dass es sinnvoll gewesen ist.

Würden Sie sagen, dass auch die Kirche sich heute grundsätzlich mehr mit Verwaltung beschäftigt als früher?

 Ja, die Verwaltung hat zugenommen. Dazu trägt die staatliche Gesetzgebung massiv bei, der wir natürlich als Körperschaft öffentlichen Rechts auch unterliegen. Ich glaube, es ist aber auch eine gesellschaftliche Entwicklung: Die Streitbereitschaft hat zugenommen, auch im kirchlichen Bereich. Damit wächst der Wunsch nach Absicherung und damit wiederum der Bedarf an Regelungen.

Welche herausragenden Ereignisse und Begegnungen in Alsfeld sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Ich erinnere mich sehr gern an die Jugendfreizeiten zu Beginn meiner Dienstzeit – ich freue mich heute noch, wenn ich damalige Jugendliche treffe. Auch die gemeinsamen Gottesdienste mit den Kollegen im Alsfelder Pfarrdienst waren sehr schön. Für diese Teamarbeit, die ich da kennengelernt habe, habe ich auch als Dekan immer geworben. Im Dekaneamt hat mir die Partnerschaftsarbeit mit Indien sehr gut gefallen, überhaupt die Arbeit in den Ausschüssen und Gremien. Es gab aber auch dramatische Ereignisse, die zu bewältigen waren – auch sie werden mir in Erinnerung bleiben.

Sie haben in der Seelsorge ja auch neue Wege eingeschlagen, indem Sie sich zum Notfallseelsorger weiterbildeten. Was bedeutet diese Arbeit für Sie?

Ich halte Notfallseelsorge für ein bedeutendes Arbeitsfeld, und der Wunsch danach kam ja auch von den Rettungskräften. Gleichwohl ist die Arbeit der Notfallseelsorger sehr fordernd. Bei jedem Einsatz spüre ich aber, wie notwendig die Notfallseelsorge für die Angehörigen von Opfern ist. Von der Polizei und den Rettungskräften gibt es viele positive Rückmeldungen zu unserer Arbeit. Nach schweren Einsätzen bieten wir die Möglichkeit der Nachsorge an, die die Rettungskräfte in Anspruch nehmen können, was auch mehr und mehr geschieht.

Gibt es etwas, das sie als Erstes bei beginnendem Ruhestand unbedingt tun werden?

Die nächsten Wochen werde ich jetzt erst mal nutzen, um meinen alten Eltern ein vor längerer Zeit gegebenes Versprechen zu erfüllen. Meine Familie ist groß, meine Söhne mit ihren Familien weit verstreut – auch für sie mehr Zeit zu haben, darauf freue ich mich sehr.

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