Hilfe finden, wenn die Welt kopfsteht – Schwangerenberatung Diakonisches Werk

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Wer schwanger ist, hat 1000 Fragen. Familienberaterin Heike Ludwig berät gerne.

Alles verändert sich, wenn ein Kind unterwegs ist. Die Aussage „Ich bin schwanger“ stellt das Leben auf den Kopf.

Manche Schwangere landet dabei in einem Wechselbad der Gefühle, von riesiger Freude bis größter Sorge. In diesen „anderen Umständen“ stehen Schwangerenberatungsstellen der Caritas, Pro Familia oder des Diakonischen Werks den Hilfesuchenden beratend zur Seite. #

Wirtschaftliche Nöte sind stärker geworden

„Wenn Schwangere und Pärchen zu uns kommen, haben sie viele Fragen“, berichtet Heike Ludwig von der Beratungsstelle des Diakonischen Werks in der Altenburger Straße 33 in Alsfeld. Heimelig ist es in den großzügigen Räumen mit dem hellen Holzfußboden und den großen Fenstern. Neben dem runden Tisch, an dem die Gespräche auf Augenhöhe stattfinden, ist eine gemütliche Kinderecke eingerichtet, wo sich die älteren Geschwister die Zeit vertreiben können. Kinderbücher stehen zum Stöbern bereit. Kinderfreundlichkeit wird hier wahrlich groß geschrieben.

Hilfe bei Suche nach Klinik und Hebamme

Die Fragen der Schwangeren drehen sich oft um die Finanzen. „Ich habe den Eindruck, die wirtschaftlichen Nöte sind im Laufe der Zeit stärker geworden“, so die Familienberaterin und Diplom-Sozialberaterin Ludwig. Hilfen gebe es deshalb bei Anträgen auf finanzielle Unterstützung, Kinder- und Elterngeld. Auch Gelder aus der Bundesstiftung für „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ könnten im Bedarfsfall beantragt werden.

Immer häufiger bräuchten die Frauen auch Hilfe bei der Suche nach einer Hebamme oder einer passenden Klinik, seit die Geburtenstation im Alsfelder Kreiskrankenhaus geschlossen worden sei. Einige Schwangere bevorzugten dann die Klinik in Ziegenhain. Andere würden lieber eine Kinderklinik in der Nähe wissen und dann Fulda oder Marburg auswählen. Wichtig sei es für die Schwangeren auch, einfach ein guter Gesprächspartner zu sein, damit sie Wege finden könnten, mit der neuen Situation umzugehen. „Viele Kinder sind nicht geplant. Ohne diese würde die Menschheit wahrscheinlich aussterben“, schmunzelt Ludwig. Die Nachricht über eine Schwangerschaft sei dann erst mal eine große Überraschung und wirft Fragen auf. Genau dann sei es gut, wenn Hilfen zu finden seien. Auch, wenn sich die Frau letztendlich gegen das Kind entscheiden sollte. „Wir unterstützen die Frauen in ihrer Schwangerschaft. Doch entscheiden, ob sie das Kind austragen möchten oder nicht, müssen diese selbst “, stellt Ludwig heraus.

Broschüre als Wegweiser erhältlich

Im letzten Jahr haben 155 Frauen die Beratungsstellen des Diakonischen Werks in Lauterbach oder Alsfeld aufgesucht. Drei Viertel der Frauen seien zwischen 25 und 39 Jahre alt gewesen, doch es gab auch sehr junge und ein paar ältere Frauen. Eine Broschüre „Wegweiser für Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren“ mit wichtigen Adressen, wirtschaftlichen Angeboten und Beratungen gibt es in den Beratungsstellen.

Beratung finden

Die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes in Lauterbach, Schlitzer Str. 2, ist zu Terminvereinbarungen telefonisch montags bis freitags unter 06641 64669-0 zu erreichen. Darüber hinaus ist es auch möglich, während der allgemeinen offenen Sprechstunde dienstags von 10 Uhr bis 12 Uhr direkt in die Beratungsstelle zu kommen. In Alsfeld, Altenburger Str. 33, montags von 10 Uhr bis 12 Uhr. Telefonisch unter 06631 72031. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich und kann von allen in Anspruch genommen werden. Die Angebote des Diakonischen Werks können auch unter folgender Homepage eingesehen werden: www.diakonie-vogelsberg.de

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