Holprige Verhandlung: Urteil für Alsfelder Mehrfachstraftäter

Vor dem Alsfelder Schöffengericht wurde der Fall eines Alsfelder Mehrfachstraftäters verhandelt. Im Mittelpunkt stand eine Körperverletzung und schwere Körperverletzung gegen eine junge Frau.

Er wurde zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Außergewöhnlich gestaltete sich hierbei der Ablauf der Verhandlung. Gedächtnislücken zogen sich wie ein roter Faden durch die Aussagen der Zeugen. Drei Zeugen waren geladen. Davon erschien ein Zeuge erst einmal gar nicht und wurde zwangsweise vorgeführt. Nach Erscheinen stellte sich heraus, dass der intellektuell beeinträchtigte Mann sich scheinbar an kein Geschehen am Tattag erinnern konnte. Eine andere Zeugin, das mutmaßliche Opfer der Körperverletzung, weigerte sich, den Gerichtssaal zu betreten, und ließ sich erst nach über einer Stunde überreden, ihre Aussage im Beisein des Angeklagten zu machen. Auch dem als Zeugen geladenen Polizisten fiel es schwer, detaillierte Aussagen zum Tattag zu machen. „Beim 30. Einsatz weiß man nicht mehr so genau, wie es ablief“, schilderte er die häufigen Einsätze bei dem Paar, das offenbar regelmäßig heftig in Streit geriet und dann die Polizei zum Schlichten gerufen wurde.

Am 24. Mai dieses Jahres spitzte sich der Streit offenbar folgenschwer zu. Der Angeklagte soll die 20-jährige Zeugin gewürgt und ihr in derselben Nacht eine Wodkaflasche auf dem Kopf zerschlagen haben. In der Folge habe sie eine Mittelgesichtsfraktur erlitten. Sie soll dabei bleibende Schäden davongetragen haben. Angeklagt wurde der Alsfelder zusätzlich wegen versuchten Raubes, Diebstahl, Bedrohung, Tierquälerei und Widerstand gegen Staatsbeamte. In allen Fällen zeigte sich der Angeklagte geständig. Im Fokus des Verhandlungstages stand jedoch die Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung an der jungen Frau. Diese bestritt der Angeklagte jedoch. Lang ist das Vorstrafenregister des Angeklagten. 13 Punkte las der Vorsitzende Richter vor. Der Alsfelder sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Strafmindernd wirkte sich der langjährige Drogen- Alkohol- und Tablettenkonsum des Angeklagten aus. „Die Konstante in Ihrem Leben sind Drogen, Tabletten und Straftaten seit zehn Jahren, so der Richter. Der Angeklagte sei „weit weg von einer guten Sozialprognose“.

Im Gefängnis wird der Angeklagte nun vorerst bleiben. Verurteilt wurde er zu einer dreijährigen Haftstrafe. Seine Verteidigerin kann zum Urteil noch binnen einer Woche Revision einlegen. Gegen den Angeklagten stünden nun noch zwei weitere Verfahren aus, die nächstes Jahr in Alsfeld verhandelt würden, so der vorsitzende Richter.

Rubriklistenbild: © Gerten

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