Ist Homberger Hacker doch kein Einzeltäter?

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Der Homberger Schüler, der vergangene Woche vernommen wurde und zahlreiche Daten von Personen des Öffentlichen Lebens veröffentlicht haben soll, handelte möglicherweise nicht alleine.

Der 20-jährige Schüler aus Homberg (Ohm), der private Daten von Politikern, Journalisten und Prominenten gestohlen und im Internet veröffentlicht haben soll, ist möglicherweise doch kein Einzeltäter. Ermittler haben nach ARD-Berichten Zweifel an den Computerkenntnissen des 20-Jährigen.

Homberg (Ohm) - Das ARD-Politikmagazin „Kontraste“ und das Inforadio des rbb berichteten, dass der junge Mann bei einem Praxistest des Bundeskriminalamts (BKA) nicht nachweisen konnte, wie er bei seinem Datenklau vorgegangen ist. Er soll nicht über die nötigen Kenntnisse verfügt haben, um die sogenannte „Zwei-Faktor-Authentisierung“ zu entsperren. Bei dieser Methode sichert der Nutzer seinen Account mit zwei Komponenten – klassisches Beispiel ist der Geldautomat, wo zur Authentisierung die Bankkarte sowie der Pin benötigt wird. Der Täter soll diese Sicherung aber umgangen haben können, um zahlreiche Accounts zu hacken.

Hintergrund: Der 20-jährige deutsche Staatsangehörige steht im Verdacht, personenbezogene Daten (unter anderem Telefonnummern, Anschriften, Kreditkartendaten, Bildaufnahmen) von Politikern, Journalisten und von Personen des öffentlichen Lebens ausgespäht zu haben und diese im Dezember vergangenen Jahres unter Nutzung von Twitter-Accounts veröffentlicht zu haben – in einer Art Adventskalender. Neben ausgespähten Daten soll der Beschuldigte auch persönliche Daten von Politikern, Journalisten und von Personen des öffentlichen Lebens aus öffentlich zugänglichen Quellen gesammelt haben. Auf Twitter soll der Beschuldigte die Bezeichnungen „G0d“ und „0rbit“ verwendet haben. Er war am Montag vergangener Woche festgenommen und vernommen worden. Im Rahmen der Vernehmung gab der Beschuldigte an, bei den Datenausspähungen und den unberechtigten Datenveröffentlichungen allein agiert zu haben. Zu seiner Motivation gab der Beschuldigte an, aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben.

Der Schüler, der noch bei seinen Eltern in Homberg (Ohm) wohnt, wurde anschließend mangels Haftgründen auf freien Fuß gesetzt.

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