Ein Jahr Alsfeld Aktuell: Wir sagen Danke und blicken auf die spannendsten Themen zurück

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Das Team von Alsfeld Aktuell bedankt sich für ein Jahr Lesetreue und Zusammenarbeit. Das sind von links: Daniela Eichelberger (Redaktion), Julia Schaffner (Mediaberatung), Maximilian Gerten (Redaktion) und Christina Otterbein (Mediaberatung).

Vor genau einem Jahr erschien unsere erste Ausgabe von Alsfeld Aktuell.

Eine Zeitungsneugründung ist ein Wagnis, vor allem aber eine große Gelegenheit. Und heutzutage – leider – auch ein seltenes Ereignis. Umso größer war die Freude, von Anfang an Teil etwas Neuem zu sein, die Region neu kennenzulernen, mit den Menschen in Kontakt zu treten und sie zu informieren. Dass das funktioniert, ist ein Mitverdienst der interessierten und neugierigen Leser, die wir im vergangenen Jahr kennenlernen durften. Spannende Geschichten kamen zum Vorschein.

Die Geschichte des Alsfelder Ghostwriters Herbert Jost-Hof, dessen Job den einen oder anderen Leser empörte. Oder die Geschichte des zwölfjährigen Alek, der abgeschoben wurde – alleine. Begleitet haben wir Christopher Weitzel, dem aufgrund seiner Diabetes-Erkrankung ein Bein amputiert werden musste. Begleitet haben wir eine Sinti-Familie, die im Alltag immer wieder Diskriminierung erfährt. Begleitet haben wir Christina Kratz, die sogenannte Sternenkinder fotografiert. Begleitet haben wir auch den Prozess eines Alsfelders, der für mehrere Delikte in der Altstadt verantwortlich ist. Interviewt haben wir Bürgermeister und die, die es werden wollen. Interviewt haben wir Cannabis-Konsumenten, HIV-Patienten, Polizisten, Imker, Tannenbaumzüchter und Kaffeeröster. Wir haben gefragt: Warum ist der Alsfelder Bahnhof toilettenfrei? Wir haben gefragt: Wieso ist die Verkehrsbelastung in Alsfeld so hoch? Wir haben gefragt: Muss Frankfurt seine Bäume mit Vogelsberger Wasser gießen? Das alles haben wir aufgegriffen, um Sie, liebe Leserinnen und Leser, bestmöglich zu informieren – über Themen, die Sie vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten.

Deswegen machen wir gerne weiter und bedanken uns an dieser Stelle für Ihr Feedback, Ihre Unterstützung und Lesetreue. Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Anzeigenkunden. Denn ohne Anzeigen keine Anzeigenzeitung. Nur so können jeden Samstag über 21.000 Haushalte im Vogelsbergkreis unsere Alsfeld Aktuell erhalten – kostenfrei.

Als kleinen persönlichen Jahresrückblick haben wir die Themen rausgesucht, die Sie am meisten interessiert und beschäftigt haben (siehe im Folgenden: „Diese Themen haben bewegt“).

Diese Themen haben bewegt

Ein Jahr voller interessanter Geschichten. Diese fünf waren die für Sie interessantesten und am meisten diskutierten:

5. Alsfelder vor dem Landgericht

Über einen längeren Zeitraum beging ein Alsfelder diverse Straftaten in der Altstadt – Körperverletzung, Drohungen und Sachbeschädigungen unter anderem. Schließlich stand er als Angeklagter vor dem Landgericht Gießen. Es handelte sich um ein Sicherungsverfahren. Heißt: Es ging um die Frage, ob der Angeklagte in Zukunft eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und gegebenenfalls in eine Sicherungsverwahrung kommen muss. Die Frage beantwortete die Kammer nach mehreren Prozesstagen mit „Ja“. Der Alsfelder, bei dem Gutachter eine paranoide Schizophrenie diagnostizierten, wurde in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht – zeitlich unbefristet.

4. Vogelsberger Wasser für Frankfurter Grün

Er erschien diesen Monat und stieß bei vielen Lesern auf Unmut: Der Bericht über das Vogelsberger Trinkwasser, das in Frankfurt zum Gießen der Stadtbäume genutzt wird. Das Thema ist nicht neu, dennoch erhielt es durch die extreme Trockenheit in diesem Sommer eine neue Brisanz. Zudem rief das Frankfurter Umweltdezernat erstmals die Bürger dazu auf, die städtischen Bäume – rund 200.000 an der Zahl – zu bewässern. „Trinkwasserverschwendung“, schimpfte daraufhin die Schutzgemeinschaft Vogelsberg. Das Wasser könne man ebenso gut aus dem Main oder der Nidda nehmen statt aus dem Wasserhahn. Diese Meinung vertraten die meisten unserer Leser auch. Denn das Frankfurter Trinkwasser kommt zu 30 Prozent aus dem Vogelsberg. Und dort sinkt das Grundwasser.

3. Kein Klo, nirgends!

Der Bahnhof in Alsfeld ist eine toilettenfreie Zone. Der Zwischenruf von Maximilian Gerten „Kein Klo, nirgends!“ stieß auf breite Zustimmung bei den Lesern. Das Thema wurde daraufhin in der Stadtverordnetenversammlung besprochen – eine Lösung nicht gefunden. Denn: Die Deutsche Bahn habe für Toiletten im Bahnhof zu sorgen. So müssen Bahnreisende, die unglücklicherweise in Alsfeld auf den Zug warten, weiterhin den nahe gelegenen Baumarkt aufsuchen, um sich zu erleichtern. Ein Umstand, der der Baumarkt-Leitung ein Dorn im Auge ist.

2. Trauriger Höhepunkt: 32-Jähriger verliert Bein

Daniela Eichelberger begleitete den an Diabetes erkrankten Christopher Weitzel vor und nach einer alles verändernden Operation: Dem 32-Jährigen musste ein Bein amputiert werden. Der Zuspruch, den der Alsfelder nach Erscheinen des Berichtes erfuhr, war riesig. Zwischen der Redakteurin und Christopher Weitzel entstand eine Freundschaft. Sie begleitete ihn weiterhin, half ihm bei der Suche nach einer barrierefreien Wohnung in Alsfeld und unterstützte ihn. Auch in Zukunft alles Gute, Chris.

1. Sternenkinder: Das letzte Foto

Es ist kein einfaches Thema, das dementsprechend kontrovers bei den Lesern diskutiert wurde: Fotos von sogenannten Sternenkindern. Christina Kratz aus Alsfeld ist eine Fotografin, die viel zu früh verstorbene Kinder professionell fotografiert – als Erinnerung für die Eltern. Für ihr Engagement bekommen Kratz und ihre Kollegen kein Geld, Spenden leiten sie weiter an die Initiative „Dein Sternenkind“. Denn trauernden Eltern zu helfen, sei so viel wichtiger als Geld.

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