800 Jahre Alsfeld: Geschichts- und Museumsverein erstellt Festschrift zum Jubiläum

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Angeregte Gespräche, interessante Dokumente und viel Alsfelder Historie: Prof. Dr. Otto Volk (hinten, Mitte), Matthias Nicolai (links) und Dr. Norbert Hansen (rechts) freuten sich über den Zuspruch zu ihrer Arbeit.

Sie wird sich natürlich mit dem geschichtlichen Hintergrund der Stadt Alsfeld beschäftigen – die Festschrift, die der Geschichts- und Museumsverein anlässlich des kommenden 800-jährigen Jubiläums der Stadt derzeit erarbeitet.

Alsfeld. Dennoch wird sie viele neue Erkenntnisse enthalten und Themen bearbeiten, die bisher zu kurz kamen. Eines davon soll die Beschäftigung mit der Zeit von 1914 bis 1949 sein. Für dieses Kapitel konnte der Geschichts- und Museumsverein den Marburger Historiker Prof. Dr. Otto Volk gewinnen, der nun gemeinsam mit dem Autorenteam die Menschen in und um Alsfeld um Dokumente aus dieser Zeit gebeten hatte.

Einen ersten Termin zur Besprechung und Sichtung von Unterlagen nutzten am vergangenen Dienstag eine Handvoll Bürgerinnen und Bürgern, die mit kleineren und größeren Stapeln von Schriftstücken und Fotografien in das Freiwilligenzentrum gekommen waren. Schriftleiter Dr. Norbert Hansen begrüßte die Gäste und stellte das Projekt Festschrift kurz vor, bevor Prof. Dr. Volk auf das inhaltliche Interesse seiner Arbeit einging.

„In der Festschrift zur 750-Jahr-Feier vor fünfzig Jahren, im Jahr 1972 also, ist das 20. Jahrhundert mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg komplett ausgeklammert worden“, erläuterte der Historiker und betonte, dass es der Wunsch des Geschichts- und Museumsverein sei, dieses Thema im Rahmen eines wissenschaftlichen Beitrags in der neuen Festschrift zu beleuchten. Er freute sich sehr, dass dem Aufruf nach der Bereitstellung von Dokumenten auf Anhieb einige Menschen gefolgt waren, um Fotos, Briefe, Feldpost, Tagebücher und anderes zur Verfügung zu stellen. „Offizielle, amtliche Unterlagen liegen in ausreichendem Maße in den Archiven vor“, so Volk, „was wir gerne möchten, sind private Dokumente, die das Leben und die Erfahrungen von Menschen wiedergeben.“

Und davon hatten die fünf Erschienenen schon eine ganze Menge mitgebracht: Private Fotos, Postkarten, Notgeld, Briefe, Hinweise auf das Wiederaufleben der Kunst direkt nach dem Krieg bereits im Jahr 1946 in Alsfeld – es gab viele Dinge, die zu einem angeregten, fast zweistündigen Gespräch führten, das zeige, wie wichtig der Austausch über die vielen Facetten dieser Zeit immer noch ist. „Eine schöne gemeinsame Geschichtsstunde“ nannte Prof. Dr. Volk dieses Treffen abschließend, an dessen Ende weitere Termine zur Sichtung des Materials besprochen wurden.

Noch zwei weitere Termine zur Abgabe und Sichtung von Dokumenten bietet der Geschichts- und Museumsverein gemeinsam mit Prof. Dr. Volk an: Diese finden am Donnerstag, 5. Dezember, sowie am Donnerstag, 12. Dezember, jeweils von 14 bis 17 Uhr im Stadtarchiv statt. „Wir würden uns freuen, wenn noch zahlreiche weitere Menschen den Weg zu uns finden würden“, so der einhellige Appell des Autorenteams an die Menschen in Alsfeld und Umgebung.

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