Karsten Schmidt kandidiert zum zweiten Mal für Bürgermeisteramt

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Karsten Schmidt bewirbt sich nach 1998 zum zweiten Mal um das Bürgermeisteramt in Feldatal.

Karsten Schmidt stellt sich nach Leopold Bach als zweiter Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Feldatal auf. Der Ulrichsteiner ist bei weitem kein Unbekannter in Feldatal.

Nicht nur, dass er dort geboren ist und 39 Jahre gelebt hat. Nein, er hat sich sogar schon einmal um das Amt des Rathauschefes in eben dieser Gemeinde beworben – vor zwanzig Jahren. ALSFELD AKTUELL empfängt der 54-jährige Anwalt zu einem Gespräch in seiner Kanzlei in Ulrichstein.

Alsfeld Aktuell: Herr Schmidt, 1998 haben Sie schon einmal für das Bürgermeisteramt in Feldatal kandidiert. Und haben gegen Ernst-Uwe Offhaus den Kürzeren gezogen. Wie soll es dieses Jahr klappen?

Karsten Schmidt: Damals hatte ich keine Partei hinter mir und allein deswegen die schlechteren Karten gegenüber Herrn Offhaus, den die SPD unterstützte. Dieses Mal stehen die FWG (Freien Wähler; Anmerkung d. Red.) und die AUF (Alternative Unabhängige Feldataler; Anmerkung d. Red.) hinter mir als unabhängiger Kandidat. Das war mir wichtig. Daher hatte ich – noch bevor ich mich für die Kandidatur entschieden hatte – mit den Parteien Kontakt aufgenommen.

Mal angenommen, Sie entscheiden die Wahl für sich. Was machen Sie als erstes?

Am Anfang möchte ich wieder für mehr Miteinander und weniger Gegeneinander sorgen. Dafür müssen im Parlament alle Parteien an den runden Tisch gesetzt werden. Ich kenne die Parteien, bringe aber gleichzeitig frischen Wind rein. Und das wird nötig sein. Daher glaube, ich dass ich dafür der Richtige bin.

Was ist Ihnen langfristig wichtig?

Mir ist es besonders wichtig, eine Bleibeperspektive für junge Leute und Familien bieten zu können. Aber auch Anreize zu schaffen, junge Familien hierher zu locken. Dabei spielt der Ausbau für schnelles Internet beispielsweise eine große Rolle. Wichtig ist es auch schon jetzt, Vorbereitungen für Bebauungspläne zu treffen. Viele Menschen ziehen bereits aus dem überfüllten Rhein-Main-Gebiet zurück in ländlichere Gebiete. Ich möchte vorbereitet sein und in unserer Gemeinde etwas bieten können – wohlwissend, dass wir keine Massen anziehen werden. Langfristig möchte ich den Bevölkerungsstand von Feldatal in etwa halten.

Ein großes Budget wird Ihnen künftig für die Umsetzung Ihrer Ziele allerdings nicht zur Verfügung stehen. Wie wollen Sie mit dem Haushalt wirtschaften?

Erst einmal muss man dem Ersten Beigeordneten Daniel Wolf danken, dass er einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine gestellt hat. Und man kann auch mit vielen bezahlbaren Maßnahmen etwas in der Gemeinde bewegen. Gegen das Aussterben von kleinen Läden und Geschäften beispielsweise möchte ich mir die Genossenschaftsidee zunutze machen. Sollte ein kleiner Laden keine Nachfolger finden, könnte er dennoch weiter betrieben werden, zum Beispiel von Rentnern, die stundenweise den Verkauf übernehmen. Eine weitere Idee sind die sogenannten Windeltonnen, die insbesondere für Familien mit kleinen Kindern oder auch für inkontinente Menschen sinnvoll sind. Durch weggeworfene Windeln sind Tonnen schnell voll. Windeltonnen würden häufiger entleert werden. Auch das ist zum Beispiel eine bezahlbare Maßnahme, die das Leben einfacher macht.

Wäre es nicht auch sinnvoll mehr Geld in die Kassen zu spülen?

Klar. Aber man darf sich keiner Illusion hingeben. Gewerbe- oder Industrieflächen werden wir nicht umfangreich schaffen können – im Gegensatz zu Bauplätzen für Immobilien. Da sehe ich Möglichkeiten. Finanziell gibt es einige Dinge, die zur Rettung gedacht waren, aber seit längerer Zeit ins Stocken geraten sind.

Sie meinen zum Beispiel Windkrafträder?

Genau. Und ich weiß, dass Windkrafträder nicht überall auf gute Resonanz stoßen. Daher möchte ich immer im Dialog mit den Bürgern bleiben – mit ihnen diskutieren: Lohnt sich dieses Windrad für die Gemeinde? Es gibt auch bereits geplante Windkrafträder, die allerdings noch nicht gebaut worden sind. Da muss man hinterher sein.

Wieso sind Sie der richtige Mann für Feldatal?

Ich kenne die Gemeinde, bin mit ihr verwurzelt. Und bringe dennoch eine gewisse Distanz mit und kann somit frischen Wind reinbringen. In meinem Beruf habe ich gelernt, um Argumente, um Lösungen zu ringen. Das wird mir auch als Bürgermeister weiterhelfen. Zudem habe ich Erfahrung in der Politik und kenne die Parteien in Feldatal.

Sie haben zurzeit Ihre Kanzlei in Ihrem Wohnhaus. Wie schalten Sie ab?

Das ist in der Tat manchmal etwas schwierig für mich. Da denkt man sich abends schon mal: Nebenan im Büro liegt noch Arbeit, das könnte ich doch noch erledigen. Falls mich die Fealler zu ihrem Bürgermeister wählen, würde ich die Kanzlei aber abgeben. Dann hätte sich dieses Problem erledigt (lacht). Aber wenn ich wirklich abschalten möchte, mache ich gerne Sport. Tischtennis und Joggen sind meine Leidenschaften.

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