Kastration in Alsfeld Pflicht: Die Katzenschutzverordnung ist da

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Die seit langem geplante Katzenschutzverordnung in Alsfeld ist nun beschlossene Sache.

Katzenhalter, deren Tiere sich auch außerhalb des Hauses aufhalten, sind jetzt angehalten, diese kastrieren und per Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen zu lassen und sich als Halter beim deutschen Haustierregister zu registrieren. Die Stadt möchte mit dieser Maßnahme eine unkontrollierte Katzenpopulation und die Ausbreitung von Krankheiten unterbinden. Ausnahme sind hierbei Katzen, die jünger als fünf Monate sind.

Vorsicht: Durch die neue Katzenschutzverordnung gilt man auch dann als Katzentierhalter, wenn man freilaufende Katzen regelmäßig füttert. Verstöße gegen die Verordnung können mit Geldbußen von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Im Überblick:

1. Die Katze muss registriert sein.

2. Die Katze muss gechipt oder tätowiert sein.

3. Der Halter muss sich im deutschen Haustierregister registrieren.

4. Der Halter muss auf Verlangen den entsprechenden Nachweis vorzeigen können.

5. Bei Verstößen droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1.000 Eur0.

o. 6. Wer eine freilaufende Katze regelmäßig füttert, gilt als der verantwortliche Katzenhalter.

Zwischenruf Daniela Eichelberger

Eine gute Idee auf den ersten Blick, diese Katzenschutzverordnung, die nun von der Alsfelder Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Hintergrund war, das Katzenelend durch unkontrollierte Vermehrung einzudämmen, eine Möglichkeit zu haben, Katzen zu identifizieren, damit sie den Besitzern zugeordnet werden können und „Wildfütterer” dazu zu bringen, echte Verantwortung zu übernehmen, wenn streunende Samtpfoten durch angebotene Nahrung meinen, sie hätten nun ein Zuhause. Jeder Tierfreund wird begrüßen, wenn sich für Tiere eingesetzt wird.

Diese Verordnung zeigt zumindest einen guten Willen. Doch was wird diese den Katzen im Alsfelder Gebiet wirklich bringen? Werden nun die Bauernhofkätzchen, die in der Nachbarschaft geduldeten Streuner und die Katzen von Personen, die die kleinen Schnurrer gleich zu Dutzenden halten, wirklich kastriert, gechipt, geimpft, versorgt? Wie sollte sich die Verordnung denn umsetzen lassen? Muss nun jeder, der seine Kätzin vor Jahren schon hat kastrieren lassen, beim damaligen Tierarzt eine Bescheinigung besorgen, dass der Liebling kastriert ist? Wohl kaum, schätze ich.

Eine Überwachung der Verordnung ist nämlich nicht geplant. Es mag sich auch keiner vorstellen wollen, wie Personen mit den großen Chiplesegeräten versuchen, den draußen meist recht scheuen Katzen den Chip am Hals auszulesen. Vielleicht ist diese Verordnung einfach nur nett gemeint, erweist sich aber als zahnloser Tiger. Ob man durch sie eine bessere Handhabe gegen Animalhorder hat oder anderen, die gegen Tierrechte verstoßen, wird sich zeigen.

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