Kirchenchor Eifa: Abschied nach über 70 Jahren

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Schöne Adventslieder brachte der Evangelische Kirchenchor Eifa zum Abschied zu Gehör.

„Adieu, Kirchenchor Eifa“ – So lautete es im Gottesdienst am 2. Advent in der Eifaer Kirche, denn es hieß Abschiednehmen von einem Chor, der sieben Jahrzehnte lang das kirchliche und kulturelle Geschehen in dem Ort mitgeprägt hat.

Alsfeld. Gegründet als Singkreis der Evangelischen Kirchengemeinde im Jahr 1948, konnte der Chor noch vor einem Jahr sein siebzigjähriges Bestehen feiern, doch schon da war zu befürchten, dass der altersbedingte Schwund an aktiven Sängerinnen und Sängern zu einem großen Problem werden könnten.

In seiner Ansprache an den Chor und die zahlreich erschienen Gottesdienstbesucher, die ihrem Chor mit ihrer Anwesenheit eine große Wertschätzung und Dankbarkeit entgegenbrachten, blickte Dieter Kratz, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, zurück auf die Blütezeit des Chors, der – wie es in der Laudatio zum 70. Jahrestag hieß – in den Fünfzigerjahren eine Morgenfeier im Hessischen Rundfunk mitgestaltet hat und unter der Leitung von Janko Jezovsek im Jahr 1976 eine Langspielplatte aufgenommen hat. Um diese noch einmal zu hören, war eigens ein Plattenspieler samt Boxen in der Eifer Kirche aufgebaut worden – eine schöne Reminiszenz an viele Jahre engagierten und begeisterten Chorgesang. Seit mehr als 25 Jahren bereits wurde der Kirchenchor Eifa von Dekanatskantor Simon Wahby geleitet. Mit ihm veranstalteten die Sängerinnen und Sänger große Konzerte mit Gastkünstlern, doch mit den Jahren wurde der Schwund an Aktiven unübersehbar. So blieben am Ende gerade noch drei Sängerinnen übrig, die sich für ihren Abschlussgottesdienst jedoch über viel Unterstützung von ehemaligen und anderen Sängerinnen und Sängern freuen durften; dirigiert wurde der letzte Auftritt des Chores von Matthias Hölscher, da der Dekanatskantor erkrankt war.

„Es ist ein schwerer Gang heute“, sagte die Pfarrerin Sarah Kiefer. Sie betonte, dass Kirchenvorstand und Chor sich die Entscheidung, die Gruppe aufzulösen, nicht leicht gemacht haben, denn die Mitgliedschaft in einer solchen Gemeinschaft stifte auch Identität: „Wer sind wir eigentlich, wenn wir nicht mehr der Kirchenchor Eifa sind“, fragte sie und verlieh der Hoffnung und Zuversicht Ausdruck, dass die Menschen sich dennoch verbunden bleiben. Mit stehendem Applaus bedankte sich die Gemeinde bei ihrem Chor – ein wehmütiger Moment zum Abschied, denn der Schlussstrich war nun vollzogen.

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