Kirtorf hat 2018 Großes vor: „Neue Mitte“, Fusion, 1100-Jahr-Feier

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Sieht seine Stadt für die Zukunft gut aufgestellt: Bürgermeister Ulrich Künz.

Kleine Stadt ganz groß: Das neue Jahr 2018 wird für Kirtorf in dreierlei Hinsicht ein ganz besonderes: Es wird gebaut, politisch umstrukturiert und kräftig gefeiert.

Kleine Stadt ganz groß: Das neue Jahr 2018 wird für Kirtorf in dreierlei Hinsicht ein ganz besonderes: Es wird gebaut, politisch umstrukturiert und kräftig gefeiert.

„Neue Mitte“ schafft neue Möglichkeiten

Bis zu zwölf Millionen Euro werden in Kirtorf investiert, um drei Ärztehäuser für fünf Arztpraxen zu errichten, die vom tegut-Markt aus über eine kleine Brücke leicht zu erreichen sind. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal, die „Kirtorfer Höfe“, können insgesamt vier Hausärzte und vier Fachärzte Platz finden.

Zeichnung (Architekt Gans) von Kirtorfs neuer „guten Stube“: Oberhalb vom Rathaus gelegen, entsteht hier der Obermarkt mit einem kleinen Fachwerkbau für Bühne und Lager.

Damit sieht Bürgermeister Ulrich Künz die Lebensqualität der Bürgerschaft im Hinblick auf Gesundheit sichergestellt: „Wir haben damit eine intakte medizinische Versorgung.“ Auch seien neben regulären und Behindertenparkplätzen zwei Läden und Wohnungen geplant.

Bereits im Frühjahr beginnen auf der wüsten Fläche hinter dem Kirtorfer Rathaus die Arbeiten für einen ansprechenden Platz. Dieser ist groß genug für Bauernmärkte und Konzerte, nachdem die alten Häuser bereits abgerissen worden sind. Das Gelände wird begradigt und gepflastert, sodass es relativ eben daherkommen wird. Ideal, um dort für die anstehende 1100-Jahr-Feier ein Zelt aufzubauen.

Ebenfalls soll auf dem Platz ein neues Marktgebäude über einem vorhandenen Gewölbekeller entstehen, das optisch den benachbarten Fachwerkhäusern angeglichen werden soll. Eine Bühne wird entstehen, die den örtlichen Chören genug Platz für Auftritte bietet, undpassende Sitzgelegenheiten. Parkplätze entstehen und nicht zuletzt Bäume runden ein stimmiges Gesamtbild ab.

Auf einen Abschluss der Arb eiten können sich die Kirorfer schon Anfang Juli freuen.

Bürgerbescheid soll über Fusion entscheiden

Ein Bürgerentscheid im Mai soll Klarheit bringen: Soll die Stadt Kirtorf in Zukunft ihren Weg gemeinsam mit Antrifttal gehen? Eine Machbarkeitsstudie hat dazu beleuchtet, welche Vorteile dies für beide Gemeinden bringen könnte.

Die Einsparmöglichkeiten sind dabei enorm: Allein knapp 362.000 Euro Einsparung jährlich würde die Kassen der Kommunen entlasten, ohne die Steuern der Bürger zu erhöhen. Der demographische Wandel sei eine Herausforderung, um im Wettbewerb bestehen zu können und finanziell in der Lage zu sein, über sich selbst bestimmen zu können.

Und um genug Geld zu haben, um noch gestalten zu können, damit sich die Menschen in den Gemeinden noch wohlfühlen. Fremd seien sich Antrifttal und Kirtorf auf keinen Fall und hätten eine große Chance in der Zukunft: durch den kommenden Autobahnanschluss der A49 und guten und günstigen Ansiedlungsmöglichkeiten. Für den einzelnen Bürger würde die Fusion indes nicht viel ändern: Ortbeiräte und Gemeindevertretungen blieben erhalten, ebenso die Rathäuser und die Unterstützung des Vereinslebens.

Große Feierlichkeiten zum 1100-jährigen Bestehen

Und das Programm zum "kleinen Hessentag" kann sich sehen lassen, sind doch nahezu alle Kirtorfer Vereine darin eingebunden. Beginnen wird der Veranstaltungsreigen mit einer Grenzwanderung am 27. Januar. Die Kostümsitzung im Februar wird das Thema 1100 Jahre Kirtorf auf ihre Weise aufgreifen. Historisches wird in sechs Fragen an die Stadtgeschichte in einem Vortrag von Prof. Alfred Pletsch behandelt.

Im März verlegt Gunter Demnig Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Kritorfer, dem sich im April ein Vielvölkerabend unter dem Motto „Kirtorf ist bunt“ anschließt. Im Kalender markieren sollten sich Feierfreudige das Festwochenende vom 19. Juli bis 22. Juli. Dann gibt es ein Salzekuchenessen mit Fassanstich mit der Einweihung des Oberen Marktplatzes, Beachparty, Festkommers und einen stehenden Festzug im Altstadtbereich mit etwa 80 Ständen und Gruppen.

Im August heißt es Abtanzen und Petticoats anziehen bei Live-Musik beim „music-open-air“. The Heads, Chris and Me und Elvis-Darsteller Rami heizen dem Publikum ordentlich ein.

Während der Schmerwoche im September gibt es bei der Herstellung von Schmer beim Bewachen des Ofens und Übernachten im Stroh genügend Gelegenheit zum Fachsimpeln und Klönen.

Beschließen wird das bunte Jahr ein mittelalterlicher Weihnachtszauber und eine Silvesterfeier „1100 Jahre Kirtorf“.

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