"Klimafairein Oberhessen" stellt sich vor

+
Marie Sophie Hahn, Ida Schomber und Lennart Reichel sprachen über ihre Ziele im klimafairein.

Es sei Zeit, etwas für das Klima zu tun. Jeder wisse das und frage sich, was er als einzelne Person schon ändern könne.

Mücke. Angesichts der großen Herausforderung in Lethargie zu verfallen, wäre eine Option, sagte Helmut Langohr, Gründungsmitglied des „klimafaireins Oberhessen e.V.“, am Sonntagvormittag im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsfeld mit ironischem Unterton. Für Dr. Thorsten Reichel, Erster Vorsitzende des „faireins“, keine Option, nachdem ihn ein ernstes Gespräch mit seinen Söhnen über deren Blick auf die Zukunft der Erde tagelang umgetrieben hatte. Und dann fasste er einen Plan und rief seine Freunde an – das Ergebnis: Die Gründung des „klimafaireins Oberhessen e.V.“

Diesen Verein konnten am Sonntagmorgen gut 200 ausgewählte interessierte Personen kennenlernen. Die knapp 20 Gründungsmitglieder hatten aus ihrem Freundeskreis Menschen eingeladen, um für ihre Idee von mehr Klimaschutz in Oberhessen zu werben. Die Resonanz begeisterte die Vereinsmitglieder und sie zeigte auch: Reichel und seine Mitstreiter haben einen Nerv getroffen. Die anwesenden Menschen wollen eine Veränderung und sie wollen Teil davon sein.

„Wir haben ein Problem, aber wir haben eine Lösung“, stellte Langohr fest. Der Verein setze sich aus allen Bevölkerungsschichten zusammen und habe sich in den letzten Wochen medial gut aufgestellt und tausende Ideen gesammelt. „Wir brauchen Mitdenker, Mitmacher, Menschen, die etwas bewegen wollen“, sagte Langohr. Dass sich auch die jungen Menschen repräsentiert fühlten, zeigten die Vorstandsmitglieder Marie Sophie Hahn, Ida Schomber und Lennart Reichel. Sie präsentierten Klimafakten und ihre Auswirkungen und machten deutlich, dass es um ihre Zukunft gehe, wenn über den Klimawandel gesprochen werde. „Die Erde, das ist nicht die Umwelt. Die Erde ist alles, auch wir selbst“, so ihr Appell.

Mark Philippi, Zweiter Vorsitzender des Vereins, sagte, er habe erkannt, dass man nicht auf die Politik warten könne, sondern als Einzelner gemeinsam mit anderen etwas tun müsse. Dabei müsse man nicht verbissen sein, oder auf Wohlstand und Spaß verzichten, führte er aus. Man könne mit kleinen Dingen anfangen, die zu einem passen, und im Verein gemeinsam Erfahrungen sammeln, Infos austauschen, aus Fehlern lernen und nach und nach immer besser werden.

Reichel informierte anschließend über die genauen Ziele des Vereins. Er forderte einen neuen Lifestyle, der Rücksicht auf das Klima nehme. Damit könne ein geringerer Fleischkonsum gemeint sein, die Umstellung auf E-Mobilität, die Einsparung von Energie durch Dämmung des Eigenheims. „Möglichkeiten gibt es viele und Verbote und Vorschriften helfen wenig“, so sein Fazit, und: „Einen Masterplan haben wir nicht, aber wir haben gute Ideen und eine Plattform für guten Austausch.“ Drei der guten Ideen stellte Reichel sodann als Säulen des Vereins vor: Unter dem Stichwort „fairpflanzt“ möchte sich der „klimafairein“ an dem 1-Billion-Bäume-Projekt von „plant for the planet“ beteiligen. Eine Million Bäume will der Verein dafür in Oberhessen bis 2030 angepflanzt haben. Als prominenten Mitstreiter für die Aktion haben sie bereits den berühmtesten Förster Deutschlands Peter Wohlleben gewinnen können, der per Video-Botschaft grüßte. Das Stichwort „fairbunden“ steht für den Austausch, das Netzwerken und Aktionen, die der Verein bietet und plant, darunter bereits als nächste Aktion einen Kinofilm („2040“ am 19. Januar um 11 Uhr in Grünberg). „fairstehen“ als dritte Säule schließlich steht für Infoveranstaltungen und Umweltbildung in Schulen und anderen Einrichtungen. „Es gibt viel zu tun – entdeckt den Weltverbesserer und Klimaaktivisten in euch“, so Reichels Aufruf an die Gäste. 100 Menschen nutzten an dem Tag die Gelegenheit und traten dem „klimafairein“ bei.

Weitere Infos zum Verein, dem Vorstand und den geplanten Aktionen finden sich unter www.klimafairein.de.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Der Zubringer zur Datenautobahn: Alle Schulen im Kreis sollen direkten Glasfaseranschluss erhalten

Die Zeiten, in denen Schüler mit Kreide in der Hand vor der grünen Tafel standen, sind im Vogelsbergkreis längst vorbei. So etwas geht heute digital. Selbst von zu Hause …
Der Zubringer zur Datenautobahn: Alle Schulen im Kreis sollen direkten Glasfaseranschluss erhalten

Aktivitäten in den Ferien: Kreis bietet Betreuungsangebote für Kinder an

"Wir sind so froh, dass wir nach der Absage unserer Freizeiten aufgrund der Corona-Pandemie nun doch einige Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen in den …
Aktivitäten in den Ferien: Kreis bietet Betreuungsangebote für Kinder an

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.