Landrat fordert kompletten 5G-Ausbau auf dem Land

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Noch einmal will es Landrat Manfred Görig nicht hinnehmen, dass der Vogelsbergkreis abgehängt wird. Was beim Breitbandausbau passiert ist, das könnte sich, so befürchtet er, beim Ausbau des neuesten Mobilfunknetzes der fünften Generation „5G“ nämlich wiederholen.

Nach aktuellen Plänen der Bundesnetzagentur sollen bis 2020 mindestens 98 Prozent der Haushalte in Deutschland mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgt werden. „Und was ist mit den restlichen zwei Prozent?“, fragt Görig und präsentiert einen Lösungsansatz: Im Vorfeld des 5G-Ausbaus sollen keine Lizenzen – wie von der Bundesnetzagentur vorgesehen - versteigert werden, vielmehr soll der Netzbetreiber mit dem besten Konzept für den ländlichen Raum zum Zuge kommen. Mit dieser Idee geht Manfred Görig übrigens noch über eine Forderung des Deutschen Landkreistages hinaus, die auch vom Deutschen Bauernverband, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks unterstützt wird.

Versorgt werden sollen bis Ende 2020 mit mindestens 100 Mbit/s mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen sowie die wichtigsten Schienenwege. Bis Ende 2024 sollen dann alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 Mbit/s, alle Landes- und Staatsstraßen mit mindestens 50 Mbit/s, die Seehäfen und wichtigsten Wasserstraßen mit mindestens 50 Mbit/s sowie alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s folgen.

Es sind nur 98 Prozent der Haushalte, die ausgebaut werden sollen, und das entspricht nur 70 Prozent der Fläche. Der Landkreistag fordert dagegen eine flächendeckende Mobilfunkversorgung – also den Ausbau zu 100 Prozent. Die Auflagen, die bislang auf dem Tisch liegen, „werden bei weitem nicht ausreichen, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen und Deutschland – wie vom Koalitionsvertrag angekündigt – zum Leitmarkt für 5G zu machen“, heißt es in einem Schreiben des Landkreistages an die Bundesnetzagentur. „Ich würde das Augenmerk auf das Konzept des Netzbetreibers legen“, erklärt Landrat Görig. „Die, die ein Konzept für den ländlichen Raum haben, die bekommen eine Lizenz.“ Ansonsten, so seine Befürchtung, schaut der ländlichen Raum wieder in die Röhre, dann muss später mit viel Fördergeld und mit zeitlicher Verzögerung das nachgerüstet werden, was am Anfang versäumt wurde.

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