Lost Place: Neues Landhotel Romrod

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Bevor es zu einem Hotel wurde, wurde das Gebäude als Kur- und Kneippsanatorium genutzt.
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Hinter dem eingeworfenen Fenster war früher der Rezeptionsbereich.
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Heute sieht es darin so aus.
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Im Büro hinter der Rezeption stehen sogar noch Aktenordner.
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Schon draußen vor dem eingeworfenen Fenster riecht man den feuchten Teppichboden.
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Einige scheinen deshalb Atemschutzmasken zu benutzen, bevor sie das Gebäude (unerlaubt) betreten.
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Ein Relikt aus vergangenen Tagen: Eine elektronische Orgel wurde an der Nordseite des Hotels abgestellt.
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So sieht es heute im Speisesaal aus.

Das "Neue Landhotel" in Romrod war einst das größte Hotel im Kreis – jetzt ist es Vandalen und sich selbst überlassen.

Romrod - Der Teppichboden im ehemaligen Empfangsbereich des „Neuen Landhotel“ in Romrod ist übersäht mit alten Flyern, Deckenfliesen und zerstörten Möbeln. Dass der Raum dem Wetter ausgesetzt ist, seitdem ein Fenster offensichtlich eingeworfen worden ist, ist zu riechen: Der Teppich und die alten Holzmöbel sind feucht und faulen seit geraumer Zeit vor sich hin. Vor dem Gebäude liegen gebrauchte Atemschutzmasken – scheinbar werden sie wegen des Geruchs und möglicher Schimmelpilze von den Personen verwendet, die das verlassene Gebäude betreten.

Ursprünglich wurde das Haus als Kur- und Kneippsanatorium gebaut und genutzt. Doch die Klinik ging insolvent – das Gebäude wurde zu einem Hotel. Dass hier vor einigen Jahren noch Touristen empfangen worden sind, ist schwer vorstellbar. Der Vandalismus, der insbesondere im vergangenen Jahr ausuferte und sogar zu einem mehrwöchigen Ausfall des Mobilfunknetzes in der Schlossstadt geführt hat, nachdem die Sendestation der Telekom auf dem Dach des ehemaligen Hotels beschädigt worden war, hat das Gebäude schnell altern lassen.

Dabei wollte man offensichtlich von vornherein verhindern, dass Personen das Gebäude betreten können: die Haupteingangstür ist mit dicken Eisenketten verriegelt. Doch das hinderte die Vandalen nicht, sie stiegen durch zerbrochene Fenster ein. „Eine Sicherung des gesamten Gebäudes ist auf Grund der Größe und Weitläufigkeit nicht möglich“, sagt Bürgermeisterin Birgit Richtberg auf Nachfrage.

Neben diverser Müllsäcke, Flaschen und anderem Schutt steht an der Nordseite des Gebäudes ein Relikt aus früheren Tagen: Eine elektronische Orgel wurde dort unter freiem Himmel abgestellt und ist seitdem Regen, Sonne und Schnee ausgesetzt. Eine Feuertreppe führt auf den Balkon im ersten Stock. Dort sind die Spuren der Zerstörung noch deutlicher zu sehen: Graffiti sind an Wände und Fenster gekritzelt, Fenster eingeschlagen und Markisen abgerissen worden. Eine Tür, die zum ehemaligen Speisesaal führt, steht offen. Es herrscht Chaos: Benutzte Pfannen, benutzte Teller mit Essensresten, leere Whisky- und Weinflaschen liegen herum. Kabel hängen von der teilweise kaputten Decke – das Hotel macht einen instabilen und unsicheren Eindruck. Betreten sollte man diese Räume ohne Genehmigung und Sicherheitsvorkehrungen wohl nicht.

Die Stadt Romrod hat kaum Einfluss auf den Zustand des Gebäudes – es liegt in privater Hand. „Wir können nur dann etwas unternehmen, wenn die Öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet ist“, sagt Richtberg. Das sei so nicht der Fall. Allerdings habe sich die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizeistation Alsfeld bemüht, ein Auge auf das Gebäude zu haben. Die Besitzer – das Gebäude gehört chinesischen Eigentümern – haben sich offensichtlich dazu entschlossen, das Gebäude sich selbst und somit dem Verfall zu überlassen.

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