"Make love not cars": Klimastreik in Alsfeld

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Weltweit gehen heute Millionen von Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Etwa 350 davon erhoben in Alsfeld ihre Stimme. Am Schwälmer Brunnen standen sie für eine Verkehrswende, strengere Klimaschutzziele und ein höheres Umweltbewusstsein bei jedem einzelnen ein.

Alsfeld - Am 20. August 2018 postete das damals 15 Jahre alte schwedische Mädchen Greta Thunberg ein Foto auf Instagram. Darauf ist sie sitzend vor dem schwedischen Parlamentshaus in Stockholm mit einem Schild zu sehen. "Skolstrejk för Klimatet" steht darauf - übersetzt: Schulstreik für das Klima. Es ist der Start der weltweiten Bewegung "Fridays for Future", die am heutigen Freitag bislang ihren Höhepunkt erreicht. Zu einem Zeitpunkt, wo die Große Koalition in Berlin tagt, um ihr neues Klimaschutzpaket zu erarbeiten und vorzustellen. Das alles einen Tag vor dem UN-Klimagipfel, der vom 21. bis 23. September in New York stattfindet.

350 Menschen in Alsfeld schlossen sich um 14 Uhr der weltweiten Demonstration an. Zuvor gingen um 13 Uhr bereits in Lauterbach einige Menschen auf die Straßen. Mit Schildern wie "Make Love not Cars", "Wir haben keinen Planet B" oder "Klimanotstand in Alsfeld ausrufen" erhoben sie ihre Stimme für mehr Klimaschutz durch die Politik, für eine Verkehrswende und für mehr Umweltbewusstsein bei jedem einzelnen.

Erste Rednerin am Schwälmer Brunnen, Yvonne Jordan, kam vor allem als "besorgte Mutter", wie sie sagte. Sie wolle ihren Beitrag leisten, damit ihre beiden Kinder auch in Zukunft eine Lebensgrundlage auf dieser Welt haben können. Ohne ein globales Umdenken sei das nicht möglich.

Drastischere Worte fand der Umweltaktivist Jörg Bergstedt. Dass Jahr für Jahr mehr Autos und vor allem SUVs auf den Straßen rollen, sei für ihn unverständlich. "Wir müssen mit dem PKW-Wahn aufhören", rief er in die Menge und erntete Beifall. Er fordert stattdessen einen flächendeckenden Ausbau des Fahrradnetzes, mehr ÖPNV, die Wiedereröffnung der stillgelegten Bahnstrecken und Bahnfahren für Nulltarif. Er sagte: "Jede zweite Straße nur den Fahrradfahrern - auch in Alsfeld!"

Barbara Schlemmer von Bündnis 90 / Die Grünen Homberg/Ohm sagte, der Naturraum des Gleentals werde durch den Bau der A49 unwiderbringlich zerstört. Sie fordert deshalb einen sofortigen Bau- und Rodungsstopp.

Als vierter Redner forderte Paul Runkel vom Freiwilligenzentrum Alsfeld ein Umdenken bei jedem einzelnen. "Kleinvieh macht auch Mist", sagte er und meinte damit etwa das Reisen mit dem Flugzeug, statt dem Zug, das mit dem Auto zum Bäcker fahren, statt zu Fuß, immer das neueste Handy-Modell haben zu müssen, statt das alte zu reparieren. Es gehe nicht um eine Revolution, sondern Transformation. Jeder könne Kleinigkeiten im Alltag ändern und somit ein Teil einer großen Bewegung sein. Vor allem forderte er ein mehr zu teilen. Das sei nicht nur weniger belastend für die Umwelt, sondern fordere zudem die Kommunikation, Hilfsbereitschaft und Freundschaften.

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