Mann soll in Alsfeld Kinder fotografiert haben - Polizei sind Sachverhalte bekannt

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Am Alsfelder Weihnachtsmarkt soll am Montag, 9. Dezember, ein älterer Mann mehrere Kinder an der Kindereisenbahn vor der Stadtschule fotografiert haben. Das schilderte der in der Zeit zuständige Betreuer der Kindereisenbahn im Nachhinein auf Facebook.

Alsfeld. Darin beschreibt er, er habe den Mann beim Fotografieren ertappt und ihn zur Rede gestellt. Der Mann habe in seinem Beisein sämtliche Bilder der Kinder löschen müssen. Von ähnlichen Vorfällen berichteten in jüngster Zeit auch Eltern von Schülern. Ihre Kinder sollen von einem älteren Mann auf dem Schulweg fotografiert worden sein. Elternbeiratsgruppen unterrichteten die Eltern von den Vorfällen, die sich unter anderem am Schwimmbad und im Goethepark ereignet haben sollen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Polizei, ihr seien die Sachverhalte bekannt geworden. Sie sei von besorgten Eltern darüber informiert worden, dass ein Mann Schulkinder im Bereich des Alsfelder Schwimmbads fotografiert haben soll. Zudem wurde der Polizei mitgeteilt, dass Schulkinder im Goethepark von Erwachsenen belästigt worden seien. Auch der Sachverhalt am Alsfelder Weihnachtsmarkt sei der Polizei bekannt.

„Nach Bekanntwerden dieser Vorfälle hat die Alsfelder Polizei unverzüglich alle notwendigen Ermittlungen zur Aufklärung der Sachverhalte durchgeführt“, teilt die Polizei mit. Es gebe nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen allerdings in keinem der Fälle Anhaltspunkte für strafbare Handlungen. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand hat sich der dargestellte Sachverhalt hinsichtlich der Belästigung von Schulkindern im Goethepark nicht zugetragen.“

Laut Polizei gebe es anhand der durchgeführten Ermittlungen derzeit keinen konkreten Anlass, dass sich Kinder und Eltern in Alsfeld um ihre Sicherheit sorgen müssen. Auch hätten sich bei den Ermittlungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt. Anzeigen sind dazu keine bei der Polizei eingegangen. Der Wach- und Streifendienst der Alsfelder Polizei sei im Hinblick auf solche Sachverhalte aber sensibilisiert.

Dennoch sind viele Eltern besorgt. Wie sollen sie damit umgehen? „Dass das Bekanntwerden solcher Sachverhalte zur Verunsicherung bei Eltern führt, ist nachvollziehbar. Das Teilen von Whatsapp-Nachrichten und Facebook-Post, um andere Eltern zu ‚warnen‘, birgt jedoch die Gefahr der Verbreitung von Aussagen, die nicht den vorliegenden Fakten entsprechen“, sagt die Polizei. Sie rät, solche Informationen nicht ungeprüft weiterzugeben, da es dadurch zu unbegründeten Verunsicherungen in der Bevölkerung kommen könne. Besser sei es, mit den Kindern über solche Sachverhalte zu sprechen und ihnen zu erklären, wie sie sich beispielweise beim Ansprechen durch Unbekannte verhalten sollen.

Dazu gibt die Polizei folgende Hinweise: 
- Verdächtige Personen bitte sofort der nächsten Vertrauensperson melden.
- Nach Möglichkeit die verdächtige Person bzw. das verdächtige Fahrzeug beschreiben und das Kennzeichen notieren. 
- Keinesfalls zu Fremden ins Auto einsteigen. 
- Die Kinder sollten wissen, dass ihre Eltern niemals ihnen fremde Personen mit der Abholung von der Schule beauftragen würden. 
- Kinder sollten lernen, deutlich „Nein“ zu sagen. 
- In Gefahrensituationen gilt: Laut sein (um Öffentlichkeit herzustellen) und von Fremden weglaufen. 
- Fremde Personen immer mit „Sie“ anreden, so wird eine persönliche Distanz signalisiert.

Zudem bittet die Polizei darum, verdächtige Wahrnehmungen umgehend der örtlichen Polizeidienststelle oder über den Notruf zu melden.

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