Messerstecherei am Homberger Brunnenfest - Prozessauftakt

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An zwei Tagen wurde die Tat vor dem Alsfelder Amtsgericht verhandelt.

Lebensgefährlich verletzt wurde eine junge Frau letztes Jahr auf dem Homberger Brunnenfest durch einen Messerstich. Diese gefährliche Körperverletzung wurde nun zwei Tage lang beim Alsfelder Jugendschöffengericht verhandelt.

Am Ende des zweiten Verhandlungstages fordert der Staatsanwalt ein Verfahren beim Gießener Landgericht wegen versuchter Tötung und Untersuchungshaft für den 21-jährigen Angeklagten.

Messerstich verletzt Milz und Lunge

Mehrere Zeugen waren bereits am ersten Prozesstag geladen. „Er ist auf uns los“, schildert die junge Frau den Beginn der Auseinandersetzung, bei der der Angeklagte ihre fünfköpfige Gruppe angegriffen haben soll. Wie es jedoch zu der lebensgefährlichen Verletzung kam, bleibt unklar. Eine große Narbe, die sie täglich an den Abend erinnert, ist ihr geblieben, wie sie berichtet. Der Stich traf sie in den Brustkorb, der Milz und Lunge verletzte. Eine Not-OP rettete ihr vor einem Jahr das Leben. Der Angeklagte entschuldigt sich, ein Schmerzensgeld wird vereinbart. Widersprüchlich bleiben die Schilderungen der Zeugen und des Angeklagten. Der Angeklagte schildert einen Abend unter Freunden, bei dem Hochprozentiges konsumiert wurde. Dann kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem früheren Schulkameraden kam, der ihn ausgelacht habe. Dieser gehörte zu der fünfköpfigen Gruppe, die nachts um 2.30 Uhr auf den Angeklagten traf. Der Schulkamerad soll einen Gegenstand aus Glas nach ihm geworfen und am Bein verletzt haben, die Begleiter des Angeklagten seien weggerannt.

Auf dem Boden liegend habe der Angeklagte daraufhin Schläge und Tritte verpasst bekommen. Daraufhin habe er ein Multifunktions-Taschenmesser gezückt, um die Anwesenden auf Abstand zu halten, so seine Ausführungen. Als die junge Frau in dem Streit dazwischenging, habe sie ihm helfen wollen, so der Angeklagte. Er selbst habe Platzwunden, eine schwere Gehirnerschütterung und viele Prellungen gehabt.

Unterschiedliche Versionen der Zeugen

Die Zeugen aus der Fünfergruppe schildern den Hergang dagegen ganz anders: Danach soll der Angeklagte die Gruppe aggressiv angegriffen haben und soll sich auch nach der Messerattacke nicht zurückgezogen haben. Unisono sprechen die Zeugen der Fünfergruppe von einer „Rangelei“. Schläge oder gar Tritte hätten sie nicht wahrgenommen. Am zweiten Verhandlungstag berichten Anwohner als Zeugen ihre Wahrnehmung. Ein 53-Jähriger will gesehen haben, wie der Angeklagte auf das Mädchen losging. Ein 48-Jähriger will „Mann gegen Mann“ und „ich stech dich ab“ gehört haben. Eine 52-Jährige berichtet von drei Personen, die auf eine am Boden liegende eingetreten haben sollen. Sie schildert, dieser habe sich „wieder aufgerappelt“ und sei den anderen hinterhergelaufen – für sie unverständlich.

Staatsanwalt will versuchte Tötung erkannt haben

Genau diese Schilderung wertet der Staatsanwalt als Tötungsabsicht, da er „nicht nachließ, seinem Opfer nachzustellen“. Es habe kein autonomes freiwilliges Ablassen vom Opfer stattgefunden. Der Verteidiger weist dagegen darauf hin, dass es nach dem ersten Stich keine weiteren Angriffe gegeben habe und keine weitere Person verletzt worden sei. Dies solle berücksichtigt werden. Ob der Fall in Alsfeld weiterverhandelt wird oder beim Landgericht Gießen, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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