Nach Insolvenz: Traditionsbäckerei Jungclas von Hinnerbäcker übernommen

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Die Mitarbeiter in der Filiale in der Obergasse können wie gewohnt weitermachen – nur unter anderem Namen.

Am Donnerstag, 1. Februar, wurde die insolvente Backparadies Jungclas GmbH aus Schwalmstadt-Treysa offiziell von der Bäckereikette Hinnerbäcker übernommen.

Das seit 1593 geführte Familienunternehmen Jungclas unterhielt auch drei Filialen im Vogelsbergkreis – zwei in Alsfeld, eine in Kirtorf. Nach etwa 424 Jahren Backbetrieb wurde im September vergangenen Jahres Insolvenz beantragt. „Aus heutiger Sicht wird der Betrieb auch nach Insolvenzeröffnung fortgeführt. Wir versuchen auf lange Sicht einen Betriebsnachfolger zu finden. Hier laufen schon erste Gespräche“, verlautbarte der zuständige Insolvenzberater Hans-Jörg Laudenbach im September. Seit einigen Wochen steht fest: Die Bäckereikette Hinnerbäcker aus der Wetterau wird zum 1. Februar die Filialen übernehmen.

Auch die Bäckerei Horst aus Oberwalgern war einer der Interessenten für eine Übernahme. Diese habe die von Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter verlangten Sicherheiten für die Zahlung des Kaufpreises allerdings nicht zur Verfügung gestellt”, wie Dr. Laudenbach auf Nachfrage unserer Zeitung jetzt mitteilte. Zudem habe die Bäckerei Horst nur an einzelnen Filialen Interesse gehabt. Insgesamt sind von der Übernahme rund 200 Mitarbeiter in 22 Filialen betroffen. Die sechs Verkaufsfahrzeuge sollen nicht weiterbetrieben werden. Die Mitarbeiter der Alsfelder Filiale in der Obergasse wussten zwei Tage vor der Übernahme noch nicht so recht, was am Donnerstag passiert: „Wir sind gerade dabei, das neue Kassensystem kennenzulernen. Was sich bis zum Donnerstag noch ändert, wissen wir nicht”, erklärten die Verkäuferinnen. Man wisse nur, der Betrieb gehe weiter und keinem Mitarbeiter in Alsfeld sei gekündigt worden. Die Backwaren würden derzeit von Jungclas und von Hinnerbäcker kommen.

Doch nicht alle Angestellten Jungclas’ sollen übernommen worden sein. „Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Mitarbeiter der Filialen übernommen”, so Dr. Laudenbach. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Backstube in Treysa und der Logistik sei ein neuer Arbeitsvertrag und zusätzlich ein Fahrdienst, der die Mitarbeiter zur Arbeitsstelle und wieder zurück fahren soll, angeboten worden, teilt der Insolvenzverwalter mit. Die neue Produktionsstädte liegt jetzt im rund 90 Kilometer entfernten Wölfersheim-Berstadt. Dort produziert Hinnerbäcker seine Backwaren. Ob und wie viele Mitarbeiter von diesem Angebot Gebrauch machen, ist nicht bekannt. „Diejenigen Mitarbeiter der Backstube und der Logistik, die dieses Angebot nicht angenommen haben, wurden gekündigt”, so Laudenbach.

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