Nach möglicher Erpressung fährt Stadt Alsfeld die Server herunter - Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

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Hacker

Das neue Jahr startet für die Stadtverwaltung Alsfeld ungünstig: Nach einer Droh-Mail fuhr die Stadt die Rechner herunter und schaltete die Server ab. Sie ist seitdem nicht per E-Mail zu erreichen. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Alsfeld - Am heutigen Donnerstagmorgen erreichte die Stadtverwaltung in Alsfeld eine ominöse und anonyme E-Mail. Darin werde die Stadt bedroht, dass sämtliche Daten der städtischen Rechner verschlüsselt würden. Sie wurde aufgefordert, Kontakt zum unbekannten Absender aufzunehmen. "Beim Hochfahren der Rechner erreichte uns die Mail. Die Stadt wird aufgefordert, den Absender zu kontaktieren, um die Summe zu erfahren, mit der die Daten wieder freigegeben werden", teilte Bürgermeister Stephan Paule mit. Deshalb habe die Stadt als erste Vorsichtsmaßnahme alle Rechner heruntergefahren und alle Server abgeschaltet. Deswegen ist die Stadt seitdem nicht per E-Mail zu erreichen. Telefonisch seien die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aber weiterhin erreichbar. Auch die Homepage der Stadt, die extern betrieben wird, ist online abrufbar.

Oberstaatsanwalt Alexander Badle als Sprecher der ermittelnden Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die zuständige Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) die Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen habe. "Doch aus ermittlungstechnischen Gründen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sagen." Man müsse zunächst die Sachlage und Fakten prüfen. 

Bis geklärt ist, ob und wie weit die IT-Systeme angegriffen wurden und welche Daten möglicherweise betroffen sind, bleiben die Server nach Angaben der Stadt außer Betrieb. Wie lange das dauert, sei bislang noch nicht klar. Bürgeranfragen würden notiert und bearbeitet, wenn die Systeme wieder hochgefahren werden könnten. Bürgermeister Stephan Paule hofft, dass dies im Laufe nächster Woche geschieht. Bis dahin werden sämtliche Rechner der Stadtverwaltung auf mögliche Viren gescannt und die Server so eingespielt, dass sie störungsfrei seien.

Der mögliche Angriff ist nicht der erste seiner Art in Hessen: Zuletzt waren mehrere öffentliche Einrichtungen Opfer solcher Cyber-Attacken. So mussten kurz vor Weihnachten die Städte Bad Homburg und Frankfurt ihre IT-Systeme zwischenzeitlich vom Netz nehmen.

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