Neues Jahr - neue Regeln: Was ändert sich 2018?

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Ein neues Jahr bringt auch immer ein paar neue Gesetze und Regelungen mit sich. 2018 ändert sich einiges: Mindestlöhne steigen, Streaming-Plattformen werden auch im Ausland möglich sein und der 500-Euro-Schein wird zum letzten Mal ausgegeben. Nachfolgend eine Auswahl der Neuerungen im nächsten Jahr.

Mutterschutzgesetz

Das reformierte Mutterschutzgesetz tritt zum 1. Januar in Kraft. Neu ist, dass das Gesetz nicht mehr nur für erwerbstätige Frauen gilt, sondern in großen Teilen auch für Schülerinnen, Studentinnen und Beamtinnen. Zudem sind dann die Arbeitszeiten während der Schwangerschaft und Stillzeit neu geregelt: Arbeiten nach 22 Uhr oder sonstige Ausnahmen von den Arbeitszeitverboten sind künftig möglich, müssen jedoch von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Sonn- und Feiertagsarbeit ist immer möglich, sofern diese nach dem Arbeitszeitgesetz erlaubnisfrei ist. Ziel der Neuregelung ist ein einheitliches, berufsgruppenunabhängiges Schutzniveau für die Gesundheit von Frauen und ihrer ungeborenen Kinder während der Schwangerschaft, Stillzeit und nach der Geburt. Auch die Fortführung der Erwerbstätigkeit oder des Studiums soll ermöglicht werden.

Mindestlohn in der Pflegebranche steigt

Zu Beginn des neuen Jahres steigt der Mindestlohn für Pflegekräfte: Im Westen von 10,20 Euro auf 10,55 Euro, im Osten von 9,50 Euro auf 10,05 Euro. Im Jahr 2020 soll der Mindestlohn im Westen bei 11,35 Euro, im Osten bei 10,85 Euro liegen. Vor allem Pflegehilfskräfte sollen von dieser Regelung profitieren. Auch weitere Branchen-Mindestlöhne steigen – etwa in der Montage oder der Aus- und Fortbildungsbranche.

Der Mindestlohn in der Pflegebranche steigt im neuen Jahr.

Geoblocking entfällt

Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime konnten bisher nur in Deutschland genutzt werden. Ärgerlich für viele Serien-Fans, wenn sie im Urlaub entspannt eine neue Folge gucken wollten. Das ändert sich Ende März 2018. Dann entfällt das sogenannte Geoblocking, sodass Filme und Serien auch im EU-Ausland gestreamt werden können.

Höhere Transparenz bei Lohnunterschieden

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben künftig das Auskunftsrecht darüber, wie die Bezahlung ihrer Kollegen bei einer gleichartigen Tätigkeit ist, teilt der Deutsche Gewerkschaftsverbund (DGB) mit.

Allerdings gilt dies nur in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern. „Ein erster wichtiger Schritt, der aber nicht automatisch für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen sorgt. Denn kleine Betriebe, in denen es besonders häufig Diskriminierung gibt, werden vom neuen Gesetz zur Lohngerechtigkeit gar nicht erfasst“, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

eCall-System in Neuwagen

Neuwagen müssen ab dem 31. März mit dem sogenannten eCall-System ausgestattet sein, das bei schweren Unfällen automatisch einen Notruf sendet. Ausgabe von 500 Euro-Scheinen wird eingestellt

Bereits vor über einem Jahr beschloss die Europäische Zentralbank das Ende für den 500 Euro- Schein. Ende 2018 soll dann die Ausgabe der bislang höchsten Banknote eingestellt werden. Ihren Wert soll sie aber unbegrenzt behalten.

Absetzbarkeit von Arbeitsmitteln

Bisher konnten Arbeitnehmer Fachliteratur, Bürobedarf oder technische Geräte, die sie für die Ausübung ihrer Tätigkeit benötigen, im Wert von 410 Euro sofort steuerlich geltend machen. Das ändert sich im neuen Jahr. Denn dann steigt der Sofortabzug für geringwertige Güter auf 800 Euro an.

Abgasmessung ist wieder Pflicht

Die Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung (AU) ist ab dem kommenden Montag wieder Pflicht. Das Verkehrsministerium teilt mit, dadurch defekte oder manipulierte Abgasreinigungen besser erkennen zu können. Der ADAC sieht die Maßnahme jedoch kritisch: Die End-rohrmessung sei kein geeignetes Mittel, erhöhe aber die Kosten der Hauptuntersuchung.

Höhere Renten

Die Renten sollen zum 1. Juli im Westen um 3,09 und im Osten um 3,23 Prozent steigen, teilt das Bundesministerium für Soziales und Arbeit im Rentenversicherungsbericht 2017 mit. Das langfristige Ziel: Die vollständige Angleichung der Rentenwerte zwischen West und Ost. Diese soll im Jahr 2024 abgeschlossen sein.

Ab nächsten Sommer fallen die Kita-Gebühren zumindest teilweise weg.

Kita-Gebühren in Hessen werden (fast) abgeschafft

Vom 1. August 2018 wird die Kindergartenbetreuung in Hessen gebührenfrei sein – zumindest für sechs Stunden am Tag. Das beschloss die hessische Landesregierung dieses Jahr. Zuvor war lediglich das dritte Kindergartenjahr für fünf Stunden pro Tag kostenfrei. Der Opposition geht das nicht weit genug. Die SPD fordert etwa die vollständige Übernahme der Betreuungskosten – inklusive U3-Betreuung und Ganztagsbetreuung.

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