Pilzberater Dietmar Krüger warnt vor giftigen Exemplaren

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Eine Geruchsprobe ist nötig, um den Pilz zu bestimmen. Dabei gibt es wohlriechende Pilze zum Beispiel nach Lakritz, aber auch weniger angenehme Gerüche etwa nach Schwefel.
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Mit Pilzberater Dietmar Krüger unterwegs im Vogelsberg.
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Dieser Hütchenträger weiß sich zu verteidigen...
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Die Natur bringt eine bemerkenswerte Vielfalt an Arten hervor. Dieser violettfarbene Lacktrichterling ist übrigens essbar.
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Der erfahrene Pilzberater Dietmar Krüger kann sich noch immer für schöne Exemplare begeistern – hier für einen bilderbuchreifen Birkenpilz.

Der Vogelsbergkreis ist ein Paradies für Pilzesammler. In Verbindung mit regnerischen Tagen sprießen vor allem im Herbst die unterschiedlichsten Pilzarten aus dem Waldboden: Ob Steinpilz, Krause Glucke oder Maronenröhrling – der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt.

Umso schwerer, die wenigen Speisepilze zu identifizieren. Hilfe gibt es von der Hessischen Pilzschule aus Offenbach, für die Dietmar Krüger tätig ist. Als Pilzberater bietet er verschiedene Lehrkurse an – einmal im Jahr auch in Lauterbach. ALSFELD AKTUELL war dabei.

17 Interessenten aus ganz Hessen sind bei bestem Pilzwetter zu dem Kurs in Lauterbach gekommen – ausgestattet mit Wanderschuhen, Körbchen und Bestimmbüchern. Schließlich geht es heute noch in den Wald. Die meisten haben schon Erfahrung im Pilzsammeln. Doch auch immer mehr Laien zieht es in die Wälder.

Ein Trend, den Krüger mit Sorge beobachtet: „Es ist erschreckend, wie leichtsinnig die Leute sind. Sie kennen sich überhaupt nicht aus und stapfen los”. Das könne schlimm enden, weiß der geprüfte Pilzsachverständige. „Von den mehr als 10.000 Pilzarten, die in Mitteleuropa wachsen, sind gerade einmal knapp 200 essbar”, so Krüger. 150 seien giftig, 10 davon tödlich. Vor kurzem machte ein Fall in Frankfurt Schlagzeilen, als sich eine syrische Familie mit dem Grünen Knollenblätterpilz vergiftete. Bereits ein einziger Pilz kann eine tödliche Menge Amanitin enthalten – ein leberschädigendes Gift.

Wie aber unterscheidet man die wohlschmeckenden Speisepilze von den übrigen? „Es gibt viele Faktoren, die für die Bestimmung eines Pilzes ausschlaggebend sind”, erklärt Krüger der Gruppe zu Beginn der Exkursion am Waldesrand. Zunächst einmal müsse man sehen, welche Bäume in der Nähe wachsen. Ein Birkenpilz wachse eben nur in Symbiose mit einer Birke. „Das ist dann ein Mykorrhizapilz”, so Krüger. Neben dem Aussehen des Pilzes (auch unter dem Hut), kann der Geruchstest zur Bestimmung des Pilzes beitragen.

Im „Bestimmerköbchen” landen Pilze, die nach Anis und Lakritz, nach Kartoffelschalen oder aber nach Schwefel riechen. Nach dem vielen Regen finden die Sammler Dutzende Pilze – in allen Ausführungen: Milchlinge, Schmierlinge, Korallen, Schwämme, große und kleine sowie lilafarbene Hütchenträger. Letzterer ist, anders als das Aussehen vermuten lässt, nicht giftig. Im Übrigen können alle Pilze gefahrenlos angefasst werden. Kontaktgiftige Pilze gibt es nicht.

Unabdingbar sind gute Bestimmbücher, zum Beispiel „Pareys Buch der Pilze”. „Die Leute müssen die Pilze selbst bestimmen können. Aber dazu muss man sich eben hinsetzen, lernen und Kurse besuchen. Alles andere ist lebensmüde”, sagt der Sachverständige.

Doch auch bei Speisepilzen sind einige Dinge zu berücksichtigen: „Die allermeisten Pilzvergiftungen sind auf den Verzehr von Speisepilzen zurückzuführen. Und zwar, weil sie verdorben waren oder falsch zubereitet wurden”, weiß Krüger. Bis auf den Zuchtchampignon sei kaum ein Pilz roh genießbar. Viele müssten für 15 bis 20 Minuten bei über 70 Grad gegart werden, damit sie genießbar werden.

Dass sich die Mühe, Pilze selbst zu sammeln, dennoch lohnt, wurde am Ende des Kurses deutlich. Denn da wurden die geeigneten und geputzten Pilze gekocht und gemeinsam verzehrt – lecker!

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