Pogromgedenken in Alsfeld: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch"

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Einige Schüler der Geschwister-Scholl-Schule tragen ihre Gedanken zu den Geschehnissen in der Reichspogromnacht vor.

Um der Opfer in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zu gedenken, versammelten sich in Alsfeld am Standort der ehemaligen Synagoge Pfarrer Peter Remy, Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer sowie einige Bürgerinnen und Bürger.

28.855 Tage sind seit der Nacht vergangen, in der der Innenraum der Synagoge in Brand gesetzt und nahezu alle Fenster eingeworfen wurden. „Eine große Menschenmenge stand hier, wo wir jetzt stehen und sah meist schweigend zu, wie die Flammen aus dem Inneren leuchteten. Die Feuerwehr war angewiesen, nur einzugreifen, wenn Nachbargebäude in Gefahr gerieten”, berichtete Remy in seiner Begrüßung. Später in dieser Nacht sollte noch ein Raubzug durch Alsfeld folgen – Häuser und Geschäfte der damals etwa 100 Juden wurden verwüstet.

Erinnern bedeute nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart und Zukunft, ist sich Remy sicher: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.” Das aktuelle Beispiel eines 14-jährigen Schülers jüdischen Glaubens in Berlin, der über Monate hinweg von Mitschülern bedroht, antisemitisch beleidigt und gewaltsam angegriffen worden war, belegt die These. In ihren Reden forderten Remy und Stadtrat Pfeiffer dazu auf, nicht wegzuschauen, die Gegenwart und Zukunft aktiv mitzugestalten und zu erinnern.

48 Gedenksteine für 48 Alsfelder jüdischen Glaubens, die in der Zeit des Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben.

Einige Schüler der Geschwister-Scholl-Schule taten bei der Gedenkzeremonie genau das. Sie standen ein für eine offene und tolerante Gesellschaft. Und sie erinnerten. An die 48 Juden aus Alsfeld – Kinder, Frauen und Männer – die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. So verteilten die Schüler 48 Gedenksteine, die anschließend am Denkmal in der Lutherstraße beigelegt wurden. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Lea Hamel und ihrer Klarinette.

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