Qualvoll verendet: Hund erleidet Hitzetod in heißem Auto

Bei Hundeclub-Veranstaltung in Alsfeld Tier des Schaurichters im heißen Auto umgekommen.

Alsfeld - Zu einem tragischen Vorfall kam es auf der Jahreshauptversammlung des Pinscher-Schnauzer-Klubs 1895 (PSK) am letzten Wochenende an der Alsfelder Hessenhalle.

Ein Schaurichter ließ seine beiden Terrier im überhitzten Auto, einer davon verendete. Der zweite Hund konnte gerettet werden. In den sozialen Medien fanden Hundehalter drastische Worte zu diesem Vorfall, der die gesamte Veranstaltung überschattete.

Veranstalter erschüttert

Der erste Vorsitzende des PSK, Klaus Leutermann, zeigte sich erschüttert über den Vorfall und gab über die Homepage des Klubs eine klare Stellungnahme dazu ab: „Der PSK distanziert sich vollkommen vom Verhalten des Richters. Der PSK wird den Vorfall am morgigen Tage (Montag, Anm. d. Red.) dem VDH mitteilen. Der PSK wird Schritte zur rechtlichen Würdigung des Verhaltens von Richters einleiten. Der PSK spricht den Richter mit sofortiger Wirkung ein Teilnahmeverbot für sämtliche Veranstaltungen des PSK sowie die Ausübung des Richteramtes bei PSK Veranstaltungen aus.“

In einem Update heißt es weiter: „Der PSK hat die angekündigten Schritte bereits eingeleitet. Weitere Auskünfte können nicht gegeben werden, um auch das Verfahren nicht zu behindern.“ Auch der Alsfelder Tierschutzverein zeigte sich betroffen wegen der Vorkommnisse am Wochenende.

Bettina Reser vom Alsfelder Tierheim erklärt: „Kein Hund sollte bei Temperaturen ab 20 Grad im Auto zurückgelassen werden, auch nicht für kurze Zeit.“ Sie verweist auf die Tipps im Ernstfall, die Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries, Haustierzentralregister Tasso, zusammengestellt hat: „Steht das Auto auf einem Supermarktparkplatz, lassen Sie den Halter ausrufen. Rufen Sie die Polizei oder die Feuerwehr. Notieren Sie sich alle wichtigen Daten: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen des Wagens. Dokumentieren Sie den Vorfall mit Fotos, wenn das möglich ist. Suchen Sie Zeugen, die die Geschehnisse bestätigen können, und notieren Sie sich deren Telefonnummer und Anschrift. Erstatten Sie zur Sicherheit Strafanzeige wegen Tierquälerei. Wenn die Situation objektiv für den Hund lebensbedrohlich und so eilig ist, dass Sie nicht länger auf Polizei oder Feuerwehr warten können, dürfen Sie den Hund selbst befreien. Dabei gilt es jedoch, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Denn: Um das Tier zu befreien, ist es unumgänglich, fremdes Eigentum zu beschädigen. Darum ist es ratsam, dem Wagen so wenig Schaden wie möglich zuzufügen und weder Front- noch Heckscheibe, sondern besser ein Seitenfenster einzuschlagen.“

ZWISCHENRUF von ANTONIA SCHMIDT

Unverständlich

Ich bin wohl einer der vergesslichsten und chaotischsten Menschen der Welt. Ständig verlege ich etwas, suche morgens vor dem Verlassen des Hauses mein Smartphone, welches ich fünf Minuten vorher noch in der Hand hatte, oder stehe vor meinem Auto und bemerke, dass ich meinen Schlüssel in der Wohnung liegen gelassen habe. Die Vergesslichkeit und mein zerstreutes Wesen gehören irgendwie zu mir. Meine Mitmenschen haben sich mittlerweile damit abgefunden.

Grausam ist das Geschehen am vergangenen Wochenende mit sommerlichen Temperaturen in Alsfeld. Ein Zuchtrichter des „Verbandes für das Deutsche Hundewesen“ (VDH) ließ laut Medienberichten während der Jahreshauptversammlung des „Pinscher-Schnauzer-Klub 1895“ mindestens einen Hund in seinem Wagen. Der Hund des Zuchtrichters kam durch dieses Fehlverhalten ums Leben. Ich selbst habe keine Kinder. Aber auch ich plane bei den derzeitigen Temperaturen ganz genau, wann ich meine Hündin mit ins Auto nehme. Sie ist mein ständiger Begleiter. Immer, wenn es geht habe ich sie im Schlepptau. Da ich viel mit dem Auto unterwegs bin, sitzt sie auch ständig mit im Wagen.

Bei diesen Temperaturen versuche ich, mein Auto so kühl wie möglich zu halten und würde meine Hündin niemals für einen kurzen Einkauf im Auto lassen. Was ich bei kühlen Temperaturen immer mal wieder mache, denn einen Hund mit in den Lebensmittelladen zu nehmen, halte sogar ich für unangebracht. Umso mehr schockt es mich, dass Eltern und immer wieder auch Tierbesitzer ihre Lieblinge in heißen Autos lassen. Sie können sich nicht selbst befreien. Egal ob Unwissen, Vergesslichkeit oder einfach nur Dummheit – so etwas geht nicht und kostet im schlimmsten Fall Leben. Deswegen kann ich immer nur dazu Aufrufen, dass Eltern und Tierbesitzer sich vor einer Tour mit Kind oder Tier bewusst machen sollten, wo sie überall hinfahren und ob Kind oder Tier mitgenommen werden können oder nicht. Wenn nicht, sollte man sich dann eine andere Lösung suchen oder selbst bei den seinen Schützlingen bleiben. Denn wir sind für deren Wohl verantwortlich.

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