Rechts in Kirtorf und Romrod? 50 Einsatzkräfte klären Fälle auf

Mit Entsetzen musste das „Aktionsbündnis für Vielfalt Kirtorf“ der Presse entnehmen, dass im Falle des Vorwurfs von Rechtsextremismus bei der Polizei offensichtlich auch Polizisten aus der Großgemeinde Kirtorf involviert sind.

Die benannten Personen waren dort bislang nicht im Umfeld der bekannten Rechtsextremen aufgetreten oder in Zusammenhang zu bringen, so das Bündnis. Weitere befragte Personen in Kirtorf sind bestürzt, dass Kirtorf wieder mit Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt wird. Bei einer Befragung von Alsfeld Aktuell in der Nachbarschaft teilen die Bürger mit, dass sie keinen stärker gewordenen Rechtsextremismus in der Stadt festgestellt hätten. Eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung veröffentlicht sehen will, sagte, sie sei froh, dass diese Fälle umfangreich aufgeklärt würden. Die Polizisten seien in der Gemeinde gut bekannt und würden gute soziale Kontakte haben. Rechtsextreme Tendenzen seien nicht bemerkt worden. Die befragten Bürger wollten nicht namentlich genannt werden.

Unsere Anfrage nach einem Termin für eine Stellungnahme ließ Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz unbeantwortet.

Zum Hintergrund

Nachdem zunächst Frankfurter Polizisten im Verdacht standen, rechtsextremistisch gesinnt zu sein und in einer Whats-App-Gruppe in Kontakt gestanden zu haben, wird der Kreis der Beteiligten immer größer. Ende Dezember erklärte das Hessische Innenministerium, dass auch ein Durchsuchungsbeschluss in Kirtorf vollstreckt wurde. Auch unbestätigte Berichte über eine Durchsuchung in der Wohnung eines Romröder Polizisten sind im Umlauf. Bestätigen konnten dies weder das Landeskriminalamt Hessen noch Oberstaatsanwältin Niesen aus Frankfurt. Sie verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren und könne keine Auskünfte erteilen. Dies bestätigte auch Pressesprecher Christoph Schulte des Hessischen Landeskriminalamts. Er teilte mit, dass 50 Einsatzkräfte an der Aufklärung des Falls beteiligt seien.

Ein geplantes Treffen zur Sonnenwendfeier einer rechten Gruppe wurde durch die Polizei gestört. Sie sollte auf einem Kirtorfer Hofgut stattfinden. Mit präventiven Kontrollen und Platzverweisen wurde die Feier klein gehalten.

Rubriklistenbild: © Archiv

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach Absage des Mücker Umzugs: Veranstaltung soll im Sommer nachgeholt werden

Der für gestern angesetzte Fastnachtsumzug in Mücke - mit jährlich rund 15000 Besuchern der größte im Vogelsberg - musste kurzfristig abgesagt werden. Im Sommer soll die …
Nach Absage des Mücker Umzugs: Veranstaltung soll im Sommer nachgeholt werden

Gibt es noch Solidarität in Europa? MES-Schüler tauschen sich mit französischen Schülern aus

Eine Woche lang setzten sich 39 Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule gemeinsam mit französischen Jugendlichen in der Europäischen Akademie Otzenhausen mit der …
Gibt es noch Solidarität in Europa? MES-Schüler tauschen sich mit französischen Schülern aus

Wie präsentiert sich Alsfeld zum 800. Stadtjubiläum in 2022?

Im Jahr 2022 feiert die Stadt Alsfeld ihren 800. Geburtstag. Über das gesamte Jubiläumsjahr verteilt sollen mehrere Veranstaltungen sowie ein großes Festwochenende …
Wie präsentiert sich Alsfeld zum 800. Stadtjubiläum in 2022?

50 Jahre Antrifttal - Alte Bilder und Filme gesucht

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Während Antrifttal in diesem Jahr 200 Jahre Pfarrkirche in Ruhlkirchen feiert, wird in 2022 ein halbes Jahrhundert Gemeinde …
50 Jahre Antrifttal - Alte Bilder und Filme gesucht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.