Retter im Notfall: Sicherheit beim Helfen durch Erste-Hilfe-Kurs

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Bunt gemischt ist die Gruppe der Kursbesucher, die sich im Unterrichtsraum des DRK-Kreisverbands Alsfelds versammelt hat, um sich in Erster Hilfe ausbilden zu lassen.

Einige kommen aus den eigenen Reihen des Roten Kreuzes, damit sie auf dem neuesten Stand sind. Betriebliche Ersthelfer frischen alle zwei Jahre ihre Kenntnisse auf und treffen beim Kurs Bekannte. Ebenso Führerscheinneulinge erfahren anschaulich, wie schnell man in eine Notfall-Situation kommen kann und wie beruhigend es ist, dann genau zu wissen, wie einem Menschen geholfen werden kann. Auch Flüchtlinge seien in den Kursen nun immer häufiger anzutreffen, berichtet Kursleiter Ingo Storkebaum. Und damit auch jeder versteht, worum es geht, verteilt er bei Bedarf Erste Hilfe-Anleitungen in der Landessprache der Teilnehmer.

Storkebaum ist schon seit 30 Jahren beim Roten Kreuz engagiert, seit zwei Jahren als Ausbilder. Alle Teilnehmer können ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine hilflose Person richtig zu beatmen. Dafür liegt eine Puppe bereit. „Hallo, können Sie mich hören?“, sprechen die Teilnehmer die Puppe korrekt an. Natürlich erwartet keiner eine Antwort. Und da auch die Atmung fehlt, wird die Herzmassage durchgeführt. Dass das im Ernstfall richtig anstrengend werden kann, wird jedem sofort klar. Konzentriert probieren die Teilnehmer auch die Anwendung eines Defibrillators aus. Das Gerät selber spielt Anweisungen ab, das gibt in Notsituationen Sicherheit.

„Man findet zusammen, wenn man an einem solchen Kurs teilnimmt. Es geht lustig und locker zu“, schildert Teilnehmerin Tanja Wurm die Atmosphäre im Lehrgang. Sie selbst ist aktiv beim Roten Kreuz in Mücke. Sebastian Kositza braucht die Erste Hilfe für seine Ausbildung. Er macht ein Freiwilliges Soziales Jahr und möchte danach Notfallsanitäter werden. Im Anschluss plant er, Medizin zu studieren. Eine Eisdiele in der Alsfelder Untergasse betreibt Antonio Lai. „Ich musste bis jetzt noch keinem helfen, da habe ich immer Glück gehabt. Aber ich möchte wissen, was zu tun ist, wenn es doch einmal zu einem Ernstfall kommt“, beschreibt er seine Beweggründe, sein Wissen in Erster Hilfe aufzufrischen.

Dagegen musste Bernd Scheuer vor seinem Brillengeschäft in der Alsfelder Obergasse schon beobachten, wie eine ältere Dame vor dem Laden umfiel. An diesem Tag war es sehr heiß und offensichtlich versagte ihr Kreislauf. „Es war gut, dass ich Kenntnisse in Erster Hilfe habe. Als Gewerbetreibender besuche ich als Ersthelfer alle zwei Jahre diesen Kurs. So kann ich mit gutem Beispiel vorangehen, was ja auch ein guter Schutz für unsere Kunden ist.“ Er könne sich vorstellen, einen Defibrillator für die Innenstadt anzuschaffen. Vielleicht gemeinsam mit anderen Geschäftsleuten. Denn die nächsten Geräte sind erst in der Max-Eyth-Schule und in der Albert-Schweitzer-Schule zu finden.

Kleiner Rotkreuzhelfer

1. Notruf 112 anrufen Im Notfall erhalten Sie hier Anleitung zur Ersten Hilfe

2. Unfallstelle sichern Eigenschutz beachten, Sicherheitsweste anziehen, Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen.

3. Retten aus Gefahr Unter seinen Armen hindurchgreifen und einen Unterarm fassen, eventuell von anderen helfen lassen. 4. Lebensfunktionen kontrollieren Laut ansprechen und anfassen. Wenn keine Reaktion, Atmung prüfen. Wenn keine Atmung feststellbar, mit Wiederbelebung beginnen.

5. Stabile Seitenlage Wenn der Betroffene bewusstlos ist, aber normal atmet: Kopf in den Nacken legen, um Atemwege frei zu halten. Zudecken, beobachten, betreuen.

6. Wiederbelebung Wenn keine normale Atmung feststellbar ist: Notruf 112 absetzen, Oberkörper des Betroffenen frei machen, im ständigen Wechsel Handballen in der Mitte des Brustkorbs aufsetzen 30 Mal Druckmassage (etwa 120 pro Minute), bei Erwachsenen etwa sechs Zentimeter tief drücken, dann zwei Mal beatmen (Kopf in Nacken legen), im Wechsel

7. Lebensbedrohliche Blutungen stillen Starke Blutungen durch direkte Druckanwendung stoppen mit möglichst keimarmem Tuch. Bei starken Blutungen in die Schocklage legen, Decke unterlegen, zudecken.

8. Kleiderbrände löschen Brennende Person aufhalten. Wolldecke zum Löschen so halten, dass der Ersthelfer sich nicht selbst verbrennt, Decke um den Hals ganz abschließen.

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