Mit dem Rolli über das Alsfelder Pflaster

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Exkursion durch Alsfeld – lässt sich die Stadt barrierefrei erkunden?
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Das Marktcafé ist im Rollstuhl zu erreichen.
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Ein Labyrinth aus Stellwänden muss ein Rollifahrer im Bürgerbüro druchfahren.
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Eine Klingel vor der Post am Ludwigsplatz lockt eine Mitarbeiterin nach draußen, um von dort aus den Kunden zu bedienen.

Wie kommt ein Rollstuhlfahrer in Alsfelds Altstadt zurecht? Das fragte sich der Altenpflegekurs K44 der Alsfelder Pflegeakademie.

Zu einer Exkursion durch die Innenstadt lud Lehrerin Gerlinde Grebe den 12-jährigen Rollifahrer Luke Pagels mit dessen Vater ein, um gemeinsam mit den Schülern zu erkunden, mit welchen Problemen Gehbehinderte zu kämpfen haben und wo ein Stadtbesuch unkompliziert abläuft.

Drei Stufen sind für Rollis unüberwindbar

Grebe, gleichzeitig Vorsitzende des Vereins Barrierefreie Stadt Alsfeld, ließ ihre Schüler zuerst die Alsfelder Post erkunden. „Dort können die Gehbehinderten ja gar nicht hinein“, stellten die Schüler fest. Eine Klingel neben dem Eingang könnten Kunden betätigen, um draußen bedient zu werden, erklärte Post-Mitarbeiterin Ursula Rockel. Denn die drei Stufen vor dem Eingang sind von Rollifahrern ohne Rampe nicht zu überwinden. Und diese fehle, informierte der Eigentümer des Gebäudes Torsten Schneider, obwohl sie schon genehmigt sei.

An ihm liege es nicht, dass sie fehle. „Wir konnten für uns den Entschluss ziehen, dass Rollstuhlfahrer bei Umbauten nicht berücksichtigt werden, auch wenn alle Befragten offen und freundlich zu uns waren“, berichteten die Schüler. Eine unerreichbare Klingel entdecken die angehenden Altenpfleger am Alsfelder Tourist-Center im Weinhaus. Gehbehinderte müssten sich über die Klingel am Seiteneingang bemerkbar machen. Dort ist dann auch eine behindertengerechte Toilette untergebracht, die mit einem Euroschlüssel, ein Einheitsschlüssel zur kostenlosen Benutzung öffentlicher Toiletten, ausgestattet ist.

Bürgerbüro soll gut erreichbar sein

Anliegen, die Gehbehinderte gegenüber der Stadtverwaltung haben, könnten diese im Bürgerbüro loswerden, das sei erreichbar, wurden die Schüler informiert. Dort angekommen, wunderte sich die Gruppe über ein Labyrinth aus Stellwänden. „Die sind ja unpraktisch“, stellten die Schüler fest. Durch den engen und verwinkelten Weg schoben sie den Rollifahrer Luke bis zu dem Tisch der freundlichen Angestellten Seng und Arnold. „Das Büro ist im Großen und Ganzen behindertengerecht“, so das Fazit der Jugendlichen. „Sinnvoll wäre allerdings eine Klingel an der Eingangstür, weil sie sich schlecht öffnen lässt und die Tür vom Schreibtisch aus durch die Stellwände nicht zu sehen ist.“

Einige Alsfelder Geschäfte sind schon barrierefrei

Ein Besuch im Marktcafé freute die Schüler. Bequem war es mit dem Rollstuhl zu erreichen, sogar eine behindertengerechte Toilette zeigte Besitzer Peter Kellendonk der Gruppe. Auch das Sportstudio Müller war leicht zu erreichen. Zum Abschluss dankten die angehenden Altenpfleger und Grebe Rollifahrer Luke und dessen Vater für die Begleitung durch die Stadt und wünschten sich, dass noch mehr Geschäftsleute sich über barrierefreie Zugänge Gedanken machen würden.

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