Romrod: "Luwia" steht plötzlich ohne Betreiber da

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Gewohntes Bild: Bauarbeiten an "Luwia" im Januar 2019.

Romrods Großprojekt „Leben und Wohnen im Alter“ – kurz „Luwia“ – sollte spätestens im Frühjahr dieses Jahres eröffnen. Doch jetzt ist der vorgesehene Betreiber abgesprungen: „SozioVita“, eine Tochtergesellschaft von „KompassLeben“, kündigte kurz vor Weihnachten den Vertrag - ein Paukenschlag.

Romrod - Wie es mit „Luwia“ weitergehen soll, ist derzeit ungewiss. Das bestätigte am Montagmorgen Romrods Bürgermeisterin Birgit Richtberg (CDU) gegenüber Alsfeld Aktuell: „Die Kündigung erreichte uns kurz vor den Feiertagen – nach Büroschluss sozusagen. Wir hatten keine Gelegenheit darauf zu reagieren.“ Man sei überrascht worden von der Kündigung, denn noch im Oktober habe man gemeinsam mit „SozioVita“ einen Anwaltstermin gehabt, um den drei Jahre alten Vertrag zu überarbeiten. Doch das ist bis Dezember nicht passiert. Wie es jetzt weitergeht mit „Luwia“, das konnte Richtberg am Montagmorgen noch nicht sagen. Erstmal müsse man sich mit den Gremien und vor allem der „SozioVita“ beraten. Eine Erklärung von Katja Diehl, Vorstandsvorsitzende von „KompassLeben“, habe sie bisher nur in Medienberichten gelesen – das sei allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass sowohl Richtberg als auch Diehl erst am Montag aus dem Urlaub zurückkamen.

Zu Alsfeld Aktuell sagte Diehl ebenfalls am Montagvormittag: „Es stimmt, dass wir den Vertrag gekündigt haben, aber nicht, um das Projekt platzen zu lassen, sondern um einen komplett neuen Vertrag mit der Stadt zu verhandeln.“ Sie sagte, es bestehe ihrerseits weiterhin Interesse, sich mit der Stadt zu einigen. Daher wolle man sich noch am Montag oder Dienstag dieser Woche zusammensetzen. Warum der im Februar 2015 aufgesetzte Vertrag gekündigt wurde? „Es hat sich eine andere Vertragsgrundlage ergeben. 2015 sollte das alte Oberforstamt als Gebäude in die Planungen eingeschlossen werden und letztlich 49 Einrichtungsplätze aufweisen“, so Diehl. Doch schnell wurde klar, dass die Arbeiten am denkmalgeschützten Oberforsthaus zu umfangreich wären. Die Bausubstanz sei zu schlecht gewesen, das Gebäude musste letztlich abgerissen werden. „Dadurch hat sich die gesamte Planung verändert. Es war ein langwieriger Prozess“, sagte Diehl. Nach dem neuen Plan sind 54 Einrichtungsplätze vorgesehen.

Entscheidend dafür, dass der Vertrag Ende Dezember gekündigt wurde, sei aber folgender Grund: „Im Vertrag steht, dass der spätmöglichste Übergabetermin am 31. Dezember 2018 ist. Das konnte nicht erfüllt werden – wir mussten handeln, auch wenn das für Frau Richtberg sicherlich ein unglücklicher Zeitpunkt war“, so Diehl.

Zudem sei die Wirtschaftlichkeit durch diverse Kostensteigerungen im Laufe der Planungs- und Bauphase für die gemeinnützige „SozioVita“ zu undurchsichtig geworden. „Wir müssen schauen, dass der Vertrag für 30 Jahre Bestand haben kann. Das ist letzten Endes vor allem im Interesse der zukünftigen Bewohner“, sagte Diehl. Deswegen sei es wichtig, gemeinsam mit der Stadt Romrod an einem neuen Vertrag zu arbeiten, der den Interessen beider Parteien – vor allem aber der zukünftigen Bewohner – entspricht.

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