Rotes Regionalmuseum Alsfeld: Farbe der Außenfassade vorgestellt

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Bürgermeister Stephan Paule, Bauamtsleiter Bernhard Hoffmann und Bezirkskonservator Ansgar Brockmann (von links) zeigen die frisch gestrichene Fassade des Museums

Die Fassadengestaltung des Neurathhaus in Alsfeld, in dem das Regionalmuseum wieder untergebracht wird, steht nun fest: Sie wird rot.

Diese Neuigkeit und den Baufortschritt stellten Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Bezirkskonservator Ansgar Brockmann, Bauamtsleiter Bernhard Hoffmann, Michael Hölscher (Bauamt Alsfeld) und Malermeister Torsten Funk vor. Bezirkskonservator Ansgar Brockmann vom Landesamt für Denkmalpflege, zuständig für den Vogelsbergkreis, fand es seltsam, dass Umbragrün, die bisherige Farbe der Holzbalken, die ursprüngliche Farbe sein sollte, da diese nicht üblich für die Zeit der Entstehung, 1688, war.

Bezirkskonservator Ansgar Brockmann (rechts) erklärt mit Michael Hölscher (Bauamt Alsfeld) die ursprüngliche Farbgebung des Museums anhand eines Fotos.

Also wurde ein Restaurator beauftragt, der an keiner Stelle Grün entdeckte, sondern stattdessen ein kräftiges Rot, ein verbreiteter Ton zu dieser Zeit. Und dieser wird aktuell auf die Balken aufgetragen, eine Leinölfarbe mit Mineralfarbpigmenten. Diese sei diffusionsoffen, das Holz könne atmen.

Die neue Farbgebung der Verzierungen am Neurathhaus.

Bauzeitlicher Putz sei nicht gefunden worden, das zahlreich vorhandene Schnitzwerk des Hauses bekommt braun-orange Töne. Nach dem Beschluss von 2013, das Dach und die Fassade des Neurathhauses zu renovieren, stellte sich schnell heraus, dass auch der Innenraum von der Renovierung betroffen sein würde. Eine Betondecke über dem dritten Obergeschoss, die die darunterliegenden Hölzer zerstörte, machten eine umfangreiche Sanierung nötig, weshalb das gesamte Museumsgut geräumt werden musste, dass, aufwendig verpackt, eingelagert wurde. Auf Nachhaltigkeit und Wertigkeit hat die Stadt Alsfeld um Bürgermeister Stephan Paule großen Wert gelegt.

Bernhard Hoffmann vom Amt für Bauen und Umwelt: „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, es hat alles gut geklappt.“ Seit zwei Wochen sind nun die neuen hellbraunen Fenster eingebaut, nächste Woche begonnen die Arbeiten am kleinen Drei-Personen-Aufzug, sodass das Gebäude barrierefrei betreten werden kann. Man plant, bis Mitte nächsten Jahres die Bauarbeiten abschließen zu können, sodass der Innenausbau mit einem ganz neuen Museumskonzept beginnen kann. Spätestens zum Stadtjubiläum 2022 soll das Museum in neuem Glanz erstrahlen. Insgesamt wird die Sanierung 1,65 Millionen Euro kosten, wobei Förderungen in Höhe von 560.000 Euro bewilligt worden sind. Damit sei das Neurathhaus die größte Sanierungsmaßnahme eines Fachwerkhauses im Kreis.

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