Das Rückgrat der Wirtschaft: Tischler-Gesellen stellen in VR Bank aus

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Henrik Guntrum fertigte ein großes Bett aus Eiche an und begeisterte auch mit einer schicken Nachttischlampe.

Sie gehören nicht zum üblichen Mobiliar einer Bank-Filiale – ein Angler-Schrank, ein Mönchengladbach-Couchtisch, große Betten und eine Kronkorken-Theke. Seit Montag jedoch stehen unter anderem diese einzigartigen Exponate in der VR-Bank Hessenland in Alsfeld aus.

Alsfeld - Der Grund: Die acht neuen Tischlergesellen des Vogelsbergkreises stellen dort ihre Abschlussarbeiten für zwei Wochen aus. Die Prüfungsstücke können zu den Geschäftszeiten von allen Interessierten noch bis zum 28. Juni besichtigt werden. Zur Vernissage am Montag kamen neben einigen Gesellen mit Angehörigen auch Bürgermeister Stephan Paule, Kreishandwerksmeister Edwin Giese und Dieter Zinn von der Vogelsberger Tischler-Innung. Firmenkundenberater der VR-Bank Harald Schmidt begrüßte die Anwesenden und freute sich über die neue Ausstellung in seiner Filiale, „die fast schon Tradition habe“.

Zinn sagte, dass die dreijährige duale Ausbildung in Deutschland Vorbild für viele Länder weltweit sei. „Ein eigenes Möbelstück anzufertigen, ist nach den drei Jahren die Kür einer jeden Gesellenprüfung“. Die umfangreiche Ausbildung in einem Betrieb und einer Berufsschule parallel mache Sinn, da das Handwerk des Schreiners ein sehr komplexer sei. Er müsse heutzutage nicht mehr nur mit Holz, sondern mit sämtlichen Materialien arbeiten können – die Ausstellungsstücke zeigen das auf beachtliche Weise. Neben den unterschiedlichen Holzarten sind an ihnen unter anderen auch Stahl, Plexiglas, Gießharz und Kunststoff verbaut worden. Mit auf den Weg gab der Vorsitzende der Vogelsberger Tischler-Innung den jungen Gesellen ein Zitat von Mark Twain: „Wer nicht weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Dem schloss sich Edwin Giese an: „Bleiben Sie im Handwerk. Bleiben Sie im Handwerk im Vogelsberg“, richtete der Kreishandwerksmeister des Vogelsbergs seine Worte an die Gesellen.

Jannik Lochow präsentiert den Anwesenden seinen Anglerschrank.

Bürgermeister Stephan Paule sagte: „Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft.“ Das könne täglich auf der Autobahn beobachtet werden, wenn sich morgens die Vogelsberger Betriebe auf den Weg Richtung Frankfurt machen – denn: „Das Rhein-Main-Gebiet ist auf unsere Handwerker angewiesen. Sie selbst haben zu wenige.“

Henrik Guntrum, Jannik Lochow, Justin Seipp und Robin Rolef, vier der acht neuen Gesellen, präsentierten den Anwesenden anschließend ihre Arbeiten. Und darin waren sich alle einig: Darauf können sie stolz sein.

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