Vom Scheitern zur Wende: Lutherwegverein lädt zum Austausch in Romrod

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Verwundert war Bernd Rausch vom Lutherwegverein schon, als er einen Anruf von Thorsten Hoyer erhielt, ausgerechnet auf dem Lutherweg1521 einen Weltrekordversuch zu unternehmen, nämlich die 365 km lange Wegstrecke zu Fuß von Worms zur Wartburg in siebzig Stunden zu überwinden.

„Viele Menschen pilgern aus unterschiedlichen Motiven. Erst als Thorsten Hoyer tatsächlich unterwegs war, wuchs mein Interesse und ich verfolgte den Lauf im Netz berichtet Rausch. Sehr gut in der Zeit liegend musste er unfreiwillig frühmorgens wegen eines heftigen Gewitters in Schellnhausen aufgeben. Er scheiterte.

Am Dienstag, 28. November, um 18 Uhr im Schlossmuseum Romrod geht es genau um dieses Thema. Wie war das nochmal bei Martin Luther im Gewitter? Plötzlich geht es nicht mehr um Leistung, sondern um Scheitern, nicht zum Ziel zu gelangen. Man muss dem Leben eine Wendung geben. Das Wort ist seit dem 16. Jh. bezeugt und entwickelte sich aus „zu Scheitern werden“, das für Schiffe gebraucht wurde, die Schiffbruch erlitten bzw. in Stücke brachen. Die Bitte in Psalm 25 „lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich“ ist mit die Wurzel dieses Begriffes. Thorsten Hoyer, Weltreisender, Reisebuchautor und Wanderer hat immer seine Grenzen verschoben. Ob es der 5.600 m hohe Elbrus war, die Eisfjorde Grönlands oder die Namib-Wüste.

Es rückten auch Einzigartigkeiten der Heimat in den Fokus. Wie zum Beispiel der Lutherweg1521. Antrieb ist seine Leidenschaft für Natur, Kultur und die Menschen. Hoyer: „Der Verlauf der Wanderung nahm ja eine Wendung, die das Erreichen des Ziels nicht zuließ. Was ich zunächst als "Scheitern" ansah, wandelte sich langsam aber immer klarer werdend die Idee eines zweiten Versuches heraus. Aber ohne Wettkampfgedanken; reflektierend und ganz bei mir. Nach Begrüßung und Einführung ins Thema, verbunden mit einem 30 minütigen Film werden sich hoffentlich interessante Gespräche mit den Gästen ergeben. Als Vortragende ist es für uns wertvoll, nicht nur Erzähler zu sein, sondern auch Zuhörer.“ Der Vorstand des Lutherwegvereins und die beiden Gäste Thorsten Hoyer und Filmemacher Philippe Opigez freuen sich am 28. November auf interessierte Besucher. Der Eintritt ist frei.

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