Schwalmtal: Mit kleinen Mitteln Großes bewirken

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In vielen Vogelsberg-Gemeinden das gleiche Bild: Ortsdurchfahrten werden erneuert, Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt, Zuschüsse aus der Hessenkasse verplant. Das alles trifft auch auf Schwalmtal zu.

Doch das ist in der knapp 2800 zählenden Gemeinde zwischen Alsfeld und Lauterbach längst nicht alles. Denn Bürgermeister Timo Georg möchte mehr als nur verwalten: „Im Rahmen der Möglichkeiten versuche ich auch immer, etwas Neues zu gestalten“, sagt er und schiebt nach: „Dabei kommen die besten Ideen von den Bürgerinnen und Bürgern.“

Beispiel gefällig? Derzeit arbeiten einige Schwalmtaler ehrenamtlich an einem neuen Rundwander- und Mountainbikeweg, der im kommenden Jahr eröffnet werden soll. „Schwalmtal-Höhenweg“ soll er heißen und unter anderem an der Hardtmühle in Alsfeld/Eifa und der neuen Dorf-Alm in Ober-Sorg vorbeiführen. Zudem soll der Rundweg mit einem multimedialen Angebot aufgewertet werden. Heißt: „Auf einer App werden die verschiedenen Einkehrmöglichkeiten sowie Sehenswürdigkeiten angezeigt“, sagt Georg. In den nächsten Jahren kann der Weg etappenweise weiter wachsen. Ideen gibt es viele: Barrierefreie Abschnitte, Blühstreifen und Aussichtspunkte unter anderem. Für Georg, der in der Freizeit selbst gerne mit dem Mountainbike in der Vogelsberger Natur unterwegs ist, ist dieses Engagement „eine Super-Sache“.

Dass die Schwalmtaler gerne mit anpacken, ist aktuell in Rainrod festzustellen. Dort haben sich einige Bürger zusammengeschlossen, um einen Mehrgenerationenplatz zu gestalten. In Vadenrod halfen die Bürger, das Dach und die Fassade des Dorfgemeinschaftshauses zu erneuern. „Ohne die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger wären viele Projekte gar nicht umsetzbar“, sagt Georg. Mit kleinen finanziellen Mitteln Großes bewirken – darin sieht der Bürgermeister die Herausforderung.

Klar ist: Das meiste Geld fließt in infrastrukturelle Maßnahmen – wie zum Beispiel in Storndorf und Vadenrod, wo die Ortsdurchfahrten grundsaniert wurden. In Hopfgarten, Brauerschwend und Hergersdorf laufen dieses Arbeiten noch. Seitdem Georg im Amt ist, habe man viel Geld in den Straßenbau stecken müssen. Doch das seien langfristige und vor allem notwendige Investitionen.

Eine langfristige Lösung habe man auch in der Wasserversorgung gefunden. Weil der Brunnen in Brauerschwend einen hohen Nitratwert aufweist, wird künftig das „hervorragende“ Wasser aus Vadenrod für acht der neun Ortsteile verwendet; Rainrod nutzt weiterhin den eigenen Brunnen. Dafür müssen Verbindungen zwischen den Ortsteilen gebaut werden. Das ist teuer. Ja, man habe Schulden machen müssen, aber „gute Schulden – eine Investition für die nächsten 50 Jahre“, sagt Georg.

Das trifft auch auf das neue Ärztehaus zu, das in diesem Sommer eröffnet wurde. Ein Allgemeinmediziner hat dort derzeit seine Praxis, die auf neuestem Stand ist, so Georg. In Zukunft soll ein weiterer Arzt im komplett umgestalteten ehemaligen Bürgerhaus untergebracht werden. Denkbar sei auch eine Physiotherapie-Praxis. „Wir als Gemeinde können nur die bestmöglichen Räume zur Verfügung stellen. Das haben wir getan. Alles andere liegt nicht in unserer Macht“, sagt Georg auf die Frage, wie mehr Ärzte aufs Land geholt werden könnten. Unmöglich sei es, einen Mediziner zu finden, der selbst in die Immobilie investiert.

Neben der vielseitigen Landschaft im Vogelsberg und dem Bürgerengagement seiner Schwalmtaler Mitbürger schätzt Georg an seiner Gemeinde vor allem, dass alles für den täglichen Bedarf vorhanden ist: Kitas, Grundschulen, Lebensmittelläden, Bankfilialen und Arbeitsplätze. Letzteres sei allerdings ein Knackpunkt, so Georg. Denn es könnten bei weitem nicht alle besetzt werden. Er hoffe deswegen, dass der ländliche Raum in Zukunft noch stärker gefördert wird. Sodass Georg auch in Zukunft nicht nur verwalten, sondern immer auch ein bisschen gestalten kann.

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