Schwierige Suche nach einer Unterkunft für den Vierbeiner

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Wer kurzfristig verreisen möchte, hat es meistens schwer, seinen Vierbeiner noch adäquat unterzubringen.

Last Minute-Reisen im Sommer. Das ist meistens nur für denjenigen möglich, der keinen Vierbeiner in seinem Haushalt hat. Alsfeld Aktuell fragte bei Tierpensionen nach, wie es um Betreuungsmöglichkeiten während der Sommermonate steht.

„Ich habe das Gefühl, die Leute überlegen sich dieses Jahr ganz kurz entschlossen, dass sie noch einen Pflegeplatz brauchen“, so Ann-Catrin Schmidt, Erste Vorsitzende des Alsfelder Tierschutzvereins. Viele Anfragen kämen Wochen vorher, damit die Tierschützer gut planen könnten. Doch manch Kurzentschlossene müssten dann abgewiesen werden. Dann verweisen die Mitarbeiter auf Betreuungsangebote von privaten und gewerblichen Tierbetreuern in der Umgebung. Das Tierheim biete Betreuungsplätze für Hunde und Katzen an. Zwei Katzenzimmer und drei Hundezwinger stünden dafür bereit. Je nach Verträglichkeit der Tiere könnten dann mehr oder weniger Vierbeiner betreut werden.

Doch erst ab dem 5. August seien wieder Plätze frei. Bei einem Preis von zwölf Euro pro Tag für einen Hund und sechs Euro pro Tag für eine Katze werde die Unterbringung gerade von Besitzern ehemaliger Tierheimhunde und -katzen gerne genutzt. Im Preis enthalten sei Futter, Gassi gehen und Streicheleinheiten, so Tierheimmitarbeiterin Marina Weber. Spezialfutter und Medikamente seien mitzubringen, auf Wunsch auch gerne das eigene Körbchen und Deckchen von zu Hause. „Ganz wichtig ist, dass die Tiere geimpft sind. Deshalb muss jeder den Impfpass seines Tieres vor der Unterbringung mitbringen“, so Weber.

Viele Streicheleinheiten gibt es für die Hunde im Alsfelder Tierheim von Mitarbeiterin Marina Weber.

Doch die Kapazitäten des Tierheims seien beschränkt. Gerade im Sommer sei es wichtig, Zwinger für Fundhunde freizuhalten, so Weber. „Doch bei echten Notfällen, wenn ein Tierbesitzer beispielsweise plötzlich ins Krankenhaus muss, geben wir uns die größte Mühe, doch noch irgendwie ein Plätzchen für das Haustier aufzutreiben“, betont Weber. Die Tierpension Maxi‘s Hundefarm in Kirtorf erfreut sich ebenfalls größter Beliebtheit. Stefan Hillenbrand, Betreiber der Tierpension: „Der Kundenandrang wird jedes Jahr größer. Viele kommen aus dem Urlaub und buchen einen Platz für ihren Hund gleich für das nächste Jahr.“ Etwa 40 Hunde könnten betreut werden. Dafür seien Kosten von 18 Euro pro Tag ohne und 19 Euro pro Tag inklusive Futter fällig. Wenn kein Platz verfügbar sei, hätten es viele Tierbesitzer schwer: „Viele stornieren ihren Urlaub, wenn sie keinen Platz für ihren Hund finden“, so Hillenbrand.

Chillen im großen Außengehege auf dem Sofa heißt es für diesen Hund im Alsfelder Tierheim.

Weber vom Alsfelder Tierheim rät: „Wer keinen Platz für seinen Vierbeiner findet, sollte in der Familie oder im Bekanntenkreis fragen. Vielleicht ist ja auch ein Nachbar bereit, den Hund über die Urlaubszeit zu nehmen.“ Außerdem gebe es da ja noch die vielen Hundefreunde, mit denen sich der eigene Hund so gut versteht. Vielleicht würde der ein oder andere Besitzer dieser vierbeinigen Freunde im Austausch den Hund betreuen, rät Weber. Glücklicherweise seien in den vergangenen Jahren keine Hunde vermehrt zur Urlaubszeit vor dem Alsfelder Tierheim ausgesetzt worden. Doch inzwischen würden immer mehr junge Katzen, die dieses Frühjahr geboren wurden, abgegeben werden. Denn immer noch würden viel zu wenige Katzen kastriert werden. Und für diese Katzen benötige das Tierheim viel Platz.

Ob verschiedene Handy-Apps oder Internetportale bei der Suche nach einem Betreuungsplatz in ländlichen Gegenden helfen können, könnte ebenfalls ausprobiert werden.

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