Sicheres Böllern an Silvester - das rät die Polizei

+
Illegale Feuerwerkskörper können gefährlich werden. Wegen Besonderheiten bei der Prüfung von Land zu Land rät die Polizei, Böller und Feuerwerke nur in Deutschland zu kaufen.

Jedes Jahr in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar feiern Menschen weltweit den Jahreswechsel. Viele freuen sich in der Silvesternacht über das Feuerwerk und geben dafür manchmal sehr viel Geld aus: Raketen, Knaller und ganze Feuerwerksbatterien gehören für viele zum Neujahr dazu.

Doch so schön die Lichter am Himmel auch sind, bergen sie auch Gefahren. Deshalb rät die Polizei zum richtigen Umgang mit den Feuerwerkskörpern. Regelmäßig komme es damit zu Verbrennungen und Verletzungen, weil sie nicht nach Gebrauchsanleitung verwendet werden. Besonders gefährlich sind illegale und selbstgebaute Silvesterböller.

Dass man sich so auch strafbar machen kann, ist kaum bekannt. Denn der Einsatz von Feuerwerkskörpern ist in Deutschland streng geregelt: Nur Erwachsene dürfen zum Jahreswechsel Silvesterfeuerwerk nutzen (Feuerwerk der Kategorie F 2). Kleinstfeuerwerk (Feuerwerk der Kategorie F1), wozu unter anderem Tischfeuerwerk und Wunderkerzen gehören, darf von Personen ab zwölf Jahren abgebrannt werden und dies das ganze Jahr über. Feuerwerk der Kategorien F3 und F4 dagegen darf nur mit besonderer behördlicher Erlaubnis verkauft, besessen und abgebrannt werden.

Verkauf nur an den letzten drei Tagen im Jahr

Silvesterfeuerwerk darf in den Geschäften nur an den letzten drei Tagen des Jahres und nur an Erwachsene verkauft werden. Eine Zuwider- handlung ist nach dem Sprengstoffgesetz strafbar. Die Feuerwerkskörper müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbar benannten Stelle überprüft und zugelassen sein. Geprüfte und zugelassene Böller sind an einem amtlichen Zulassungszeichen zu erkennen. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper sind verboten. Besitz, Weitergabe und Abbrennen sind nach dem Sprengstoffgesetz strafbar. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 50.000 Euro. Und das aus gutem Grund: Denn illegale Feuerwerkskörper können schwere Verletzungen zur Folge haben – zum Beispiel Knalltraumata, Verbrennungen, Verlust von Gliedmaßen, Verätzungen, Atemnot oder Lungenschäden. Daher sollte das alljährliche Silvesterfeuerwerk nur im regulären Einzelhandel gekauft werden, rät die Polizei. Dort könne man sicher sein, in Deutschland zugelassenes und damit sicheres Feuerwerk zu erhalten. Zudem sollten nur Feuerwerkskörper verwendet werden, die optisch keine Mängel erkennen lassen. Fehlgezündete Feuerwerkskörper und Blindgänger sollten nicht wieder angezündet, sondern entsorgt werden – allerdings sollte man mindestens 15 Minuten warten. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden. Geld sparen und das Silvesterfeuerwerk selber basteln? Kein gute Idee: Jährlich sterben Menschen bei der Herstellung illegaler Sprengstoffe, teilt die Polizei mit. Hinzu kommt, dass sich derjenige strafbar macht, der einen Sprengsatz beispielsweise anhand einer Anleitung aus dem Internet selbst herstellt. Solche Explosivstoffe (Selbstlaborate) unterliegen dem Waffengesetz und dem Sprengstoffgesetz und gelten als Sprengvorrichtungen. Bei entsprechenden Vergehen droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Strafbar ist ebenfalls das Herbeiführen einer Explosion.

Feuerwerk in der Nähe von Fachwerk ist verboten

Silvesterfeuerwerkskörper dürfen in Deutschland nur zum Jahreswechsel, vom 31. Dezember bis zum 1. Januar, gezündet werden. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sind Feuerwerke generell verboten. Wegen erhöhter Brandgefahr verbietet das Sprengstoffgesetz das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern. Ein Abstand zu Gebäuden von etwa acht Metern sei einzuhalten. Wer sich am Silvestertag mit Böllern am Feuerwerk beteiligt, ist verpflichtet, Straßen und Gehwege von den Resten zu säubern. Sie können dann mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umfangreiches Marktangebot beim Apfel-Fest & flüssig in Homberg

Neben der Möglichkeit, an einem Sonntag mit der ganzen Familie in den Homberger Geschäften zu stöbern, gibt es auch draußen in den Straßen viel zu entdecken: Zahlreiche …
Umfangreiches Marktangebot beim Apfel-Fest & flüssig in Homberg

Am Sonntag wird das Geheimnis gelüftet: Homberg präsentiert auf dem Stadtfest neue Apfelkönigin

Seit mehr als dreißig Jahren ist es fester Bestandteil der Marktwoche in Homberg/Ohm: das Stadtfest, zu dem Einzelhändler ihre Pforten öffnen dessen Programm diesen …
Am Sonntag wird das Geheimnis gelüftet: Homberg präsentiert auf dem Stadtfest neue Apfelkönigin

Hybrid und Elektro für den Fuhrpark der Kreisverwaltung

„Ab dem nächsten Jahr werden wir nur noch Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge anschaffen und somit unseren Fuhrpark sukzessive umrüsten“, kündigt der Vogelsberger Landrat …
Hybrid und Elektro für den Fuhrpark der Kreisverwaltung

Für Team Deutschland: Homberger Lars Seibert fährt als Vize Deutscher Meister zur WM

Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft am 31. August wurde er Vize-Meister. Zurzeit bereitet er sich auf das Highlight der internationalen Sportholzfäller-Saison …
Für Team Deutschland: Homberger Lars Seibert fährt als Vize Deutscher Meister zur WM

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.